Wilhelm Steinitz (Österreich / USA)
* 14.05.1836 (Prag) + 12.08.1900 (New York)
1.Weltmeister von 1886-1894 Beste ELO-Zahl 2826 (April 1876)
Er gewann den Titel im Jahr 1886 gegen Johannes Zukertort mit 10:5 Siegen und verlor ihn 1894 an Emanuel Lasker. Vor diesem offiziellen Titel galt er durch seinen Sieg über Adolf Anderssen im Jahr 1866 bereits über 20 Jahre lang inoffiziell als weltbester Spieler. Er gilt als Revolutionär der Schach- theorie weil er die damals vor- herrschende Spielweise des stürmischen Angriffsschachs scharf kritisierte.
Emanuel Lasker (Deutschland)
* 24.12.1868 (Berlinchen) + 13.01.1941 (New York)
2.Weltmeister von 1894-1921 Beste ELO-Zahl 2878 (Mai 1894)
Er war der zweite offizielle Schach- weltmeister nach Wilhelm Steinitz und zugleich der bislang einzige deutsche Träger dieses Titels. Er behauptete diese Position in fünf Titelverteidigungen über einen Zeitraum von 27 Jahren und damit länger als jeder andere Schachweltmeister. Laskers Spielstil war pragmatisch und kämpferisch, schlechtere Stellungen konnte er ausgezeichnet verteidigen. Im Endspiel war Lasker unübertroffen.
José Raúl Capablanca (Kuba)
* 19.11.1888 (Havanna) + 08.03.1942 (New York)
3.Weltmeister von 1921-1927 Beste ELO-Zahl 2877 (Mai 1921)
Er war der dritte offizielle Schach- weltmeister nach Emanuel Lasker. Obwohl der Wettkampf auf 24 Partien angesetzt war gab Lasker nach der 14. Partie beim Stand von +0 =10 -4 auf. Wegen seiner außergewöhnlichen Präzision wurde Capablanca oft als „menschliche Schachmaschine“ be- zeichnet. Vor allem seine Endspiel- technik und sein intuitives Positions- verständnis galten als nahezu perfekt.
Alexander Aljechin (Russland / Frankreich)
* 31.10.1892 (Moskau) + 24.03.1946 (Estoril bei Lissabon)
4.Weltmeister von 1927-1935 und 1937-1946 Beste ELO-Zahl 2860 (Januar 1931)
1927 gewann Aljechin den Weltmeister- titel durch einen überraschend deutlichen 6:3-Sieg über Capablanca. Er war der einzige Weltmeister der den verlorenen Titel zurückeroberte. Bis zu seinem Tod im Jahr 1946 blieb er amtierender Schachweltmeister. Aljechin war berühmt für seinen kompromisslosen Angriffsstil und seine außergewöhnliche Kombinationsgabe.
Max Euwe (Niederlande)
* 20.05.1901 (Amsterdam) + 26.11.1981 (Amsterdam)
5.Weltmeister von 1935-1937 Beste ELO-Zahl 2781 (Januar 1936)
1935 überraschte Euwe die Schachwelt mit seinem 15,5:14,5-Sieg über Aljechin und wurde fünfter Schachweltmeister. Zwei Jahre später verlor er den Titel im Revanchekampf wieder an Aljechin. Euwe war Mathematiker und blieb während seiner gesamten Schachlauf- bahn Amateur. Seine didaktisch aufgebauten Lehrbücher über Strategie, Taktik und Endspiele zählen zu den Klassikern der Schachliteratur. Von 1970–1978 war er FIDE-Präsident.
Michail Botwinnik (Sowjetunion)
* 17.08.1911 (St.Petersburg) + 05.05.1995 (Moskau)
6.Weltmeister von 1948-1957 und 1958-1960 und 1961-1963 Beste ELO-Zahl 2852 (Januar 1951)
Nach dem Tod Aljechins wurde Botwinnik 1948 Sieger des Weltmeisterturniers und sechster Schachweltmeister. Zweimal verlor er den Titel, gewann ihn jedoch jeweils im Revanchekampf zurück. Botwinnik gilt als Begründer der sowjetischen Schachschule. Dort lehrte er wissenschaftliche Trainingsmethoden und förderte spätere Weltmeister wie Anatoli Karpow und Garri Kasparow.
Wassili Smyslow (Sowjetunion)
* 24.03.1921 (Moskau) + 27.03.2010 (Moskau)
7.Weltmeister von 1957-1958 Beste ELO-Zahl 2825 (Juli 1957)
1957 gewann Smyslow den Welt- meistertitel mit einem 12,5:9,5-Sieg über seinen "Dauerrivalen" Botwinnik. Bereits ein Jahr später verlor er den Titel im Revanchekampf wieder an ihn. Smyslow war für sein harmonisches Positionsspiel und seine herausragende Endspieltechnik bekannt. Statt scharfer Angriffe bevorzugte er das geduldige, schrittweise Überspielen seiner Gegner. Mit 63 Jahren scheiterte Smyslow im Kandidatenfinale an Garri Kasparow.
Michail Tal (Lettland)
* 09.11.1936 (Riga) + 28.06.1992 (Moskau)
8.Weltmeister von 1960-1961 Beste ELO-Zahl 2705 (Januar 1980)
1960 gewann Tal den Weltmeistertitel mit einem 12,5:8,5-Sieg über Botwinnik. Mit 23 Jahren war er damit der jüngste Schachweltmeister der Geschichte. Beim Revanchekampf 1961 verlor er den Titel wieder an Botwinnik. Als „Magier aus Riga“ begeisterte Tal mit spektakulären Figurenopfern und kühnen Angriffen. Bemerkenswert ist dass er seine höchste ELO-Zahl erst 20 Jahre nach seinem Weltmeistertitel erreichte.
Tigran Petrosjan (Georgien)
* 17.06.1929 (Tiflis) + 13.08.1984 (Moskau)
9.Weltmeister von 1963-1969 Beste ELO-Zahl 2645 (Januar 1977)
1963 gewann Petrosjan den Welt- meistertitel mit einem 12,5:9,5-Sieg über Botwinnik. Drei Jahre später verteidigte er den Titel erfolgreich gegen Spasski. Als „Eiserner Tigran“ galt Petrosjan als einer der größten Defensivspieler der Schachgeschichte. Mit seinem prophylaktischen Spiel verhinderte er gegnerische Angriffe oft schon im Ansatz und wurde für seine positionellen Qualitätsopfer berühmt.
Boris Spasski (Sowjetunion)
* 30.01.1937 (Leningrad) + 27.02.2025 (Moskau)
10.Weltmeister von 1969-1972 Beste ELO-Zahl 2690 (Juli 1971)
1969 gewann Spasski den Welt- meistertitel mit einem 12,5:10,5-Sieg über Petrosjan. Drei Jahre später verlor er den Titel im legendären „Match des Jahrhunderts“ an Bobby Fischer. Spasski galt als universeller Schach- spieler ohne erkennbare Schwächen. Er beherrschte sowohl positionelles als auch taktisches Spiel auf höchstem Niveau und wurde für seine Fairness und seinen sportlichen Geist geschätzt.
Bobby Fischer (USA)
* 09.03.1943 (Chicago) + 17.01.2008 (Reykjavik)
11.Weltmeister von 1972-1975 Beste ELO-Zahl 2785 (Juli 1972)
1972 gewann „Bobby“ den Weltmeister- titel im „Match des Jahrhunderts“ mit einem 12,5:8,5-Sieg über Spasski. Er durchbrach damit die seit 1948 bestehende Dominanz der sowjetischen Schachschule. Fischer gilt als einer der größten Schachspieler aller Zeiten. Mit kompromisslosem Kampfgeist, perfekter Eröffnungsvorbereitung und außergewöhnlicher Präzision revolutionierte er das moderne Schach.
Anatoli Karpow (Sowjetunion)
* 23.05.1951 (Slatoust)
12.Weltmeister von 1975-1985 Beste ELO-Zahl 2780 (Juli 1994)
1975 wurde Karpow kampflos Schachweltmeister nachdem Bobby Fischer seinen Titel nicht verteidigte. In den folgenden zehn Jahren dominierte er das Weltschach und gewann zahlreiche bedeutende internationale Turniere. Karpow galt als Meister des Positions- spiels und der schrittweisen Verbesserung seiner Stellung. Mit präzisem Positionsspiel, Geduld und exzellenter Endspieltechnik nutzte er kleinste Fehler seiner Gegner aus.
Garri Kasparow (Sowjetunion)
* 13.04.1963 (Baku)
13.Weltmeister von 1985-2000 Beste ELO-Zahl 2851 (Juli 1999)
1985 gewann Kasparow den Welt- meistertitel mit einem 13:11-Sieg über Karpow. Mit 22 Jahren war er damit der jüngste Weltmeister der Geschichte. Kasparow gilt als einer der stärksten Schachspieler aller Zeiten. Mit dynamischem Angriffsschach und perfekter Eröffnungsvorbereitung prägte er das moderne Spitzenschach. Kasparow schrieb 1997 Schachge- schichte als er als Weltmeister dem Großrechner "Deep Blue" von IBM in einem Wettkampf mit 2½:3½ unterlag.
Wladimir Kramnik (Russland)
* 25.06.1975 (Tuapse)
14.Weltmeister von 2000-2007 Beste ELO-Zahl 2817 (Oktober 2016)
2000 gewann Kramnik den Welt- meistertitel mit einem 8,5:6,5-Sieg über Kasparow. Er beendete damit Kasparows 15-jährige Weltmeisterschaft ohne ihm einen einzigen Partiegewinn zu gestatten. Mit seinem präzisen Positionsspiel und seiner außergewöhnlichen Verteidigungskunst gehörte er über viele Jahre zur Weltspitze. 2006 vereinigte Kramnik den FIDE-Weltmeistertitel mit dem PCA-Titel.
Viswanathan Anand (Indien)
* 11.12.1969 (Mayiladuthurai)
15.Weltmeister von 2007-2013 Beste ELO-Zahl 2817 (März 2011)
2007 gewann Anand den Welt- meistertitel mit einem 6,5:4,5-Sieg über Kramnik. In den Folgejahren verteidigte er seinen Titel erfolgreich gegen Kramnik, Topalow und Gelfand. Anand beherrschte jede Stellung: Eröffnung, Taktik, Positionsspiel und Endspiel. Er hatte keine erkennbare Schwäche und konnte sich hervorragend auf unterschiedliche Gegner einstellen. Kaum ein Weltklassespieler berechnete Varianten so schnell und präzise wie er.
Magnus Carlsen (Norwegen)
* 30.11.1990 (Tønsberg)
16.Weltmeister von 2013-2023 Beste ELO-Zahl 2882 (Mai 2014)
2013 gewann Carlsen den Welt- meistertitel mit einem 6,5:3,5-Sieg über Anand. Anschließend verteidigte er seinen Titel viermal erfolgreich ehe er 2023 auf eine weitere Titelverteidigung verzichtete. Carlsen gilt als der stärkste Schach- spieler aller Zeiten. Mit bestem Positionsverständnis und herausragender Endspieltechnik gewann er selbst ausgeglichene Stellungen und erreichte mit 2882 die höchste ELO-Zahl der Schachgeschichte.
Adolf Anderssen (Deutschland)
* 06.07.1818 (Breslau) + 13.03.1879 (Breslau)
Anderssen war ein deutscher Schach- meister und galt viele Jahre als stärkster Spieler der Welt. Mit seinem Sieg beim ersten internationalen Schachturnier 1851 in London begründete er seinen legendären Ruf. Er war ein Meister des romantischen Angriffsschachs. Seine spektakulären Kombinationen und Opferpartien begeistern Schachfreunde bis heute. Besonders die „Unsterbliche Partie“ und die „Immergrüne Partie“ zählen zu den berühmtesten und schönsten Partien der Schachgeschichte.
Paul Morphy (USA)
* 22.06.1837 (New Orleans) + 10.07.1884 (New Orleans)
Morphy war ein US-amerikanischer Schachmeister und gilt als der stärkste Spieler seiner Epoche. Obwohl es noch keinen offiziellen Weltmeistertitel gab wird er häufig als inoffizieller Welt- meister des 19. Jahrhunderts bezeichnet. Bereits mit 22 Jahren zog sich Morphy nach einer nur dreijährigen Karriere aus dem Spitzenschach zurück. Seine berühmte Opernpartie gilt bis heute als Musterbeispiel für schnelle Figurenentwicklung und wirkungsvolles Angriffsschach.
Akiba Rubinstein (Polen)
* 12.12.1880 (Stawiski) + 14.03.1961 (Antwerpen)
Rubinstein war ein polnischer Schachgroßmeister und zählte zu den stärksten Spielern des frühen 20. Jahrhunderts. Er galt als Meister des Positionsspiels und als einer der größten Endspiel- künstler der Schachgeschichte. Seine präzise Technik und sein tiefes strategisches Verständnis machten ihn zu einem Vorbild für Generationen von Schachspielern. Mehrere Eröffnungsvarianten tragen bis heute seinen Namen.
Aron Nimzowitsch (Lettland)
* 07.11.1886 (Riga) + 16.03.1935 (Kopenhagen)
Nimzowitsch war ein lettisch-dänischer Schachgroßmeister und einer der einflussreichsten Schachtheoretiker des 20. Jahrhunderts. Als führender Vertreter der Hypermodernen Schule revolutionierte er das Positionsspiel. Sein Lehrbuch "Mein System" zählt bis heute zu den bedeutendsten Schachbüchern überhaupt. Begriffe wie Prophylaxe, Blockade und Überdeckung sind untrennbar mit seinem Namen verbunden.
Miguel Najdorf (Polen)
* 15.04.1910 (Warschau) + 04.07.1997 (Málaga)
Najdorf war ein polnisch-argentinischer Schachgroßmeister und zählte über Jahrzehnte zur Weltspitze. Seinen Namen trägt die berühmte Najdorf-Variante der Sizilianischen Verteidigung, eine der beliebtesten und erfolgreichsten Schacheröffnungen überhaupt. Berühmt wurde Najdorf außerdem durch spektakuläre Simultanvorstellungen. 1947 stellte er mit einer Blind-Simultanvorstellung an 45 Brettern einen Weltrekord auf (+39 =4 -2) der mehr als 60 Jahre Bestand hatte.
David Bronstein (Sowjetunion)
* 19.02.1924 (Bila Zerkwa) + 05.12.2006 (Minsk)
Bronstein war ein sowjetischer Schach- großmeister und zählt zu den kreativsten Spielern der Schachgeschichte. Der Ausnahmespieler stand 1951 kurz vor dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Im WM-Kampf gegen Mikhail Botvinnik führte er zwischenzeitlich doch das 12:12-Unentschieden am Ende genügte nach dem damaligen Reglement nicht zum Titelgewinn. Mit seinem Buch über das Züricher Kandidatenturnier 1953 schuf Bronstein einen Klassiker der Schachliteratur.
Viktor Kortschnoi (Sowjetunion)
* 23.03.1931 (Leningrad) + 06.06.2016 (Wohlen)
Kortschnoi war ein sowjetisch-schweizerischer Schachgroßmeister und zählte über Jahrzehnte zur Weltspitze. Als kompromissloser Kämpfer erreichte er zweimal das Finale um die Welt- meisterschaft. Nach seiner Flucht aus der Sowjetunion 1976 entwickelte sich sein WM-Kampf gegen Anatoly Karpov 1978 in Baguio zu einem der drama- tischsten Duelle der Schachgeschichte. Noch mit über 75 Jahren gewann Kortschnoi (auch "Der Schreckliche" genannt) internationale Spitzenturniere.
Robert Hübner (Deutschland)
* 06.11.1948 (Köln) + 05.01.2025 (Köln)
Hübner war ein deutscher Schach- großmeister und gehörte in den 1970er- und 1980er-Jahren zur absoluten Weltspitze. Er war Perfektionist und galt als einer der tiefgründigsten Schachanalytiker seiner Zeit. Seine präzisen Analysen und zahlreichen Veröffentlichungen genießen bis heute höchstes Ansehen. Von 1971 bis 1991 gehörte Hübner fünfmal zum Kreis der WM-Kandidaten und verpasste den Einzug in den Titelkampf jeweils nur knapp.
Ludwig Bledow
* 27.07.1795 (Berlin) + 06.08.1846 (Berlin)
Ludwig Bledow gilt als einer der be- deutendsten deutschen Schachmeister im 19.Jahrhundert. Bis heute ist sein Name vor allem mit der „Berührt-Geführt"-Regel verbunden. Gemeinsam mit weiteren führenden Spielern gründete er 1827 die Berliner Schachgesellschaft, den ältesten noch bestehenden Schachverein Deutsch- lands. Im Jahr 1846 rief er die Deutsche Schachzeitung ins Leben. Sie entwickelte sich für mehr als ein Jahrhundert zur bedeutendsten deutschen Schachzeitschrift.
London 1851
Das Londoner Schachturnier gilt als das erste internationale Schachturnier der Geschichte. Es wurde im Rahmen der Weltausstellung in London ausgetragen und brachte erstmals die stärksten Spieler Europas zu einem gemeinsamen Wettkampf zusammen. Gespielt wurde im KO-System – damals eine außergewöhnliche Turnierform. Auf dem Weg zum Turniersieg setzte sich Adolf Anderssen gegen Kieseritzky, Szén, Staunton und Wyvill durch und galt danach als stärkster Schachspieler der Welt. London 1851 markierte den Beginn des modernen Turnierschachs.
Hastings 1895
Das Schachturnier gilt als das erste Weltklasseturnier der Schachgeschichte. In dem hochkarätig besetzten Runden- turnier trafen nahezu alle führenden Spieler der Welt aufeinander, darunter Mikhail Chigorin, Emanuel Lasker, Wilhelm Steinitz, Siegbert Tarrasch und Carl Schlechter. Überraschend gewann der erst 22-jährige Amerikaner Pillsbury das 22 Teilnehmer umfassende Rundenturnier mit 16½ Punkten vor Chigorin (16) und Weltmeister Lasker (15½). Der Turniersieg machte den bis dahin kaum bekannten Amerikaner auf einen Schlag weltberühmt.
St.Petersburg 1914
Das Schachturnier gehörte zu den stärksten Turnieren seiner Zeit. Nach einer Vorrunde mit elf Teilnehmern erreichten fünf Spieler die Finalrunde in der jeder nochmals gegeneinander antrat. In der Endrunde setzte sich Weltmeister Emanuel Lasker mit 13½ Punkten vor José Raúl Capablanca (13) und Alexander Aljechin (10) durch. Schachgeschichte schrieb das Turnier als Zar Nikolaus II. die fünf Finalisten – Emanuel Lasker, José Raúl Capablanca, Alexander Aljechin, Siegbert Tarrasch und Frank Marshall – als „Großmeister“ ehrte.
New York 1924
Das Schachturnier von New York versammelte elf der stärksten Spieler der Welt zu einem doppelrundigen Turnier. Nach 20 Runden gewann Weltmeister Emanuel Lasker mit 16 Punkten vor José Raúl Capablanca (14½) und Alexander Aljechin (12). Das Turnier begeisterte mit zahlreichen hochklassigen Partien. Aljechin ver- ewigte das Turnier in einem Buch mit ausführlichen Turnierberichten und Analysen aller 110 Partien. Bis heute zählt das Buch zu den Klassikern der Schachliteratur.
AVRO 1938
Das AVRO-Turnier versammelte die acht stärksten Schachspieler der Welt zu einem doppelrundigen Wettkampf in mehreren niederländischen Städten. Es sollte den Herausforderer für Weltmeister Aljechin hervorbringen. Paul Keres und Reuben Fine gewannen das Turnier gemeinsam mit jeweils 8½ Punkten vor Mikhail Botvinnik (7½) und Samuel Reshevsky (7). Alexander Aljechin nahm freiwillig am Turnier teil und belegte mit 7 Punkten den geteilten vierten Platz. Der geplante Weltmeisterschaftskampf kam durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs jedoch nie zustande.
Zürich 1953
Das Kandidatenturnier von Zürich versammelte 15 der stärksten Schachspieler der Welt zu einem doppelrundigen Wettkampf. Nach 30 Runden entschied erst die Feinwertung über den Turniersieg: Wassili Smyslow und Paul Keres erzielten jeweils 18 Punkte, Samuel Reshevsky folgte mit 17 Punkten. Der Turniersieger erhielt damit das Recht, Weltmeister Michail Botwinnik herauszufordern. Die außergewöhnliche Qualität der Partien und das von David Bronstein verfasste Turnierbuch begründen bis heute den legendären Ruf von Zürich.
Palma de Mallorca 1970
Das Interzonenturnier von Palma de Mallorca brachte 24 der stärksten Schachspieler aus aller Welt zusammen. Der US-Amerikaner Bobby Fischer gewann das Turnier mit 18½ Punkten und einem Vorsprung von 3½ Punkten auf Bent Larsen und Jefim Geller. Sein überlegener Turniersieg markierte den Beginn eines der größten Sieges- züge der Schachgeschichte. Zwei Jahre später gewann Fischer in Reykjavík den Weltmeisterschaftskampf gegen Boris Spasski und beendete damit die jahrzehntelange Vorherrschaft der Sowjetunion im Weltschach.
Linares 1994
Das Turnier von Linares galt über viele Jahre als das „Wimbledon des Schachs“ und zählte zu den renommiertesten Einladungsturnieren der Welt. Die letzte Austragung fand im Jahr 2010 statt. Als Höhepunkt der Turniergeschichte gilt die Austragung von 1994. Fast alle führenden Großmeister der Welt waren am Start. Anatoli Karpow siegte mit 11 Punkten vor Garri Kasparow und Alexei Schirow. Mit seiner außergewöhnlich starken Besetzung und dem hohen spielerischen Niveau gilt Linares 1994 bis heute als eines der stärksten Schachturniere aller Zeiten.
Die Weizenkorn-Legende
Der brahmanische Weise Sissa, so er- zählen es alte arabische Quellen, habe das Schachspiel erfunden um seinen König zu unterhalten. Als Dank dafür gewährte dieser dem klugen Mann eine Bitte. „Auf das 1. Feld des Schachbretts soll 1 Weizenkorn gelegt werden”, verlangte der Weise, „auf das 2. Feld 2 Körner, auf das 3. Feld 4 Körner, auf das 4. Feld 8 Körner und so fort – auf jedes weitere Feld die doppelte Anzahl Körner.” Der König lachte über diese scheinbare Bescheidenheit. Doch bald stellte sich heraus, dass die Weizenvorräte der gesamten Erde bei weitem nicht ausreichten um die Bitte zu erfüllen.
Der Türke
Der Schachtürke war ein scheinbarer Schachautomat des 18. Jahrhunderts. Er wurde 1769 von Wolfgang von Kempelen, einem österreichisch-ungarischen Hofbeamten und Mechaniker konstruiert und gebaut. Die Apparatur bestand aus einer lebensgroßen, orientalisch gekleideten Figur, die hinter einem Schachbrett saß. Unter dem Brett befand sich ein großer Holzkasten mit scheinbar komplexer Mechanik aus Zahnrädern und Hebeln. Im Inneren des Kastens war jedoch ein menschlicher Schachspieler der die Züge ausführte.
Regeländerungen im Mittelalter
Im späten 15. Jahrhundert wurde das Schachspiel grundlegend reformiert um es schneller und dynamischer zu machen. Ursprünglich war die Dame die schwächste Figur auf dem Brett und konnte sich nur ein Feld diagonal bewegen. Der Vorläufer des Läufers konnte nicht wie heute über das gesamte Brett ziehen. Seine Bewegung war darauf beschränkt genau ein Feld schräg zu überspringen. Die Einführung des Doppelschritts des Bauern aus der Grundstellung und "En passant" verkürzte die Eröffnungsphase.
Die Staunton Figuren
Die Staunton-Figuren wurden 1849 in England eingeführt und sind bis heute der weltweit anerkannte Standard für Turnierschach. Entworfen wurden sie von Nathaniel Cook, ihren Namen erhielten sie jedoch nach dem englischen Schachmeister Staunton. Das Design verbindet Eleganz mit hoher Funktionalität, jede Figur besitzt eine charakteristische Form und ist eindeutig zu erkennen. Besonders der Springer mit seinem markanten Pferdekopf wurde zum unverwechselbaren Symbol. Seit mehr als 170 Jahren werden Staunton-Figuren bei nationalen und internationalen Wettkämpfen verwendet und prägen das Erscheinungsbild des modernen Schachs.
Die Erfindung der Schachuhr
Die Schachuhr wurde Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt um die Bedenkzeit beider Spieler gerecht zu begrenzen. Zuvor konnten Partien viele Stunden oder sogar mehrere Tage dauern da es keine verbindliche Zeitkontrolle gab. Erste Versuche mit Sanduhren erwiesen sich als unpraktisch bevor 1883 die erste mechanische Doppelschachuhr eingeführt wurde. Sie bestand aus zwei miteinander gekoppelten Uhren. Mit jedem Zug drückte der Spieler einen Hebel und stoppte seine eigene Uhr während die des Gegners in Gang gesetzt wurde. Die Schachuhr revolutionierte den Turniersport und legte den Grundstein für Blitz- und Schnellschach.
Mensch gegen Maschine
Das Duell zwischen Garri Kasparow und dem Schachcomputer Deep Blue im Jahr 1997 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Schachs. Deep Blue wurde von IBM entwickelt und war in der Lage, Millionen von Stellungen pro Sekunde zu berechnen. Nach einem dramatischen Wettkampf über sechs Partien gewann der Computer mit 3½:2½ gegen den amtierenden Weltmeister. Erstmals besiegte damit eine Maschine unter regulären Turnierbedingungen den stärksten Schachspieler der Welt. Das Match erregte weltweit großes Aufsehen und gilt bis heute als Symbol für den technologischen Fortschritt.
Das erste Schachturnier
Im Jahr 1575 veranstaltete König Philipp II. in Madrid den ersten internationalen Schachwettkampf der Geschichte. Die besten Spieler Spaniens – Ruy López und Alfonso Cerón – trafen auf die italienischen Meister Leonardo da Cutri und Paolo Boi. Ruy López galt als großer Favorit und gewann gegen Leonardo die ersten beiden Partien. Doch Leonardo kämpfte sich eindrucksvoll zurück, gewann die nächsten drei Begegnungen und entschied den Wettkampf mit 3:2 für sich. Der italienische Triumph beendete die bis dahin vorherrschende spanische Dominanz und leitete die Blütezeit der italienischen Schachschule ein.
Der erste Weltmeister
Der erste offizielle Schachweltmeister war Wilhelm Steinitz aus Österreich der den Titel 1886 durch einen Sieg über Johannes Zukertort gewann. Der Welt- meisterschaftskampf wurde in New York, St. Louis und New Orleans ausgetragen und endete mit einem klaren Erfolg von Steinitz (12½ : 7½). Er revolutionierte das Schach mit seiner positionellen Spielweise und zeigte, dass langfristige strategische Vorteile oft wichtiger sind als unmittelbare Angriffe. Steinitz verteidigte seinen Weltmeister- titel mehrfach und gilt als Begründer des wissenschaftlichen Schachs. Sein Sieg von 1886 markiert den Beginn der offiziellen Reihe der Schachweltmeister.
Die mozarabischen Schachfiguren
Sie werden auch „Schachfiguren des San Genadio“ genannt, stammen vermutlich aus dem 9. oder frühen 10. Jahrhundert und gehören zu den ältesten erhaltenen Schachfiguren Europas. Erhalten sind lediglich zwei Türme, ein Springer und ein Läufer. Sie wurden aus Hirschgeweih geschnitzt und 1923 im Kloster Santiago de Peñalba (Spanien) entdeckt. Ihre schlichten, abstrakten Formen entsprechen den frühen Schachfiguren des orientalischen Shatranj. Sie dokumentieren die Ausbreitung des Schachspiels von der islamischen Welt nach Europa und zählen zu den wichtigsten Zeugnissen der frühen europäischen Schachgeschichte.
Schachspiel Karls des Großen
Das Schachspiel entstand vermutlich im 11. Jahrhundert und zählt zu den be- deutendsten Figurensätzen des Hoch- mittelalters. Seinen Namen verdankt es der Legende nach Karl dem Großen der zur Kaiserkrönung im Jahr 800 ein kostbares Schachspiel erhalten habe. Mit einer Höhe von bis zu 15 cm und einem Gewicht der Könige von fast einem Kilogramm dienten sie vermut- lich als repräsentatives Prunkstück. Die kunstvoll geschnitzten Elfenbein- figuren wurden bis zur Französischen Revolution 1793 in der Abtei Saint-Denis aufbewahrt und befinden sich heute in der Bibliothèque nationale de France in Paris.
Lewis-Schachfiguren
Die Lewis-Schachfiguren entstanden vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Hergestellt wurden sie im romanischen Stil aus Walross- elfenbein und Walzähnen. Der 1831 auf der schottischen Isle of Lewis entdeckte Fund umfasst 78 Schachfiguren die wahrscheinlich in Norwegen gefertigt wurden und als die besterhaltenen mittelalterlichen Schach- figuren gelten. Zwei Figurensätze sind vollständig erhalten. Mit Ausnahme der Bauern besitzen alle Figuren menschliche Züge. Könige und Königinnen sitzen auf Thronen, Springer reiten auf Pferden und die Läufer werden als Bischöfe mit Stab und Bibel dargestellt.
Libro de los Juegos (1283)
Das Libro de los juegos, spanisch für „Buch der Spiele“, ist eine illustrierte Handschrift die vom kastilischen König Alfons X. in Auftrag gegeben und 1283 fertiggestellt wurde. Als ältestes bedeutendes europäisches Schachmanuskript dokumentiert es die Spielregeln verschiedener Brettspiele. Über 150 farbig illustrierte Miniaturen zeigen Schachstellungen und machen das Werk zugleich zur ersten und bedeutendsten Schachproblem- sammlung des Mittelalters. Ein Original wird in der Bibliothek des Klosters San Lorenzo de El Escorial bei Madrid aufbewahrt.
Schachbrett des Heiligen Rupert
Das "Schachbrett des Heiligen Rupert", auch "Aschaffenburger Spielbrett" genannt ist ein kunstvoll gefertigtes Spielbrett für Schach und Wurfzabel, dem Vorläufer des heutigen Backgammon. Es entstand vermutlich um 1300 in Norditalien und gilt als das älteste erhaltene Spielbrett Deutschlands. Das beidseitig bespielbare Brett wurde 1854 eingemauert im Valentinsaltar der Stiftskirche St. Peter in Aschaffenburg entdeckt. Seine aufwendigen Einlege- arbeiten aus Ahorn- und Nussbaumholz machen es zu einem bedeutenden Zeugnis mittelalterlicher Spielkultur.
Göttinger Schachmanuskript
Das Manuskript entstand vermutlich zwischen 1471 und 1505. Es ist in lateinischer Sprache verfasst und beschreibt bereits die damals neuen Schachregeln für Dame und Läufer. Der unbekannte Verfasser sammelte zahlreiche Eröffnungen, Endspiele und 33 Aufgaben die das strategische Den- ken der damaligen Zeit widerspiegeln. Mit seinen nur 10 × 14 cm ist das Manuskript klein an Format aber groß an historischer Bedeutung. Heute befindet sich die Handschrift in der Universitätsbibliothek Göttingen und zählt zu den wichtigsten Quellen zur Entstehung des modernen Schachs.
Lucenas Buch (1497)
Das Werk "Repetición de Amores y Arte de Ajedrez" erschien 1497 in Salamanca und gilt als das erste gedruckte Schach- buch der Welt. Verfasst wurde es vom spanischen Schachmeister Luis Ramírez de Lucena und markiert den Übergang vom mittelalterlichen zum modernen Schach. Das Buch beschreibt erstmals aus- führlich die neuen Zugmöglichkeiten von Dame und Läufer die das Spiel wesentlich dynamischer machten. Neben den aktuellen Regeln enthält das Buch zahlreiche Eröffnungen, Endspiele und rund 150 Schachaufgaben. Mit der Verbreitung des Buchdrucks trug Lucenas Werk entscheidend dazu bei die neuen Schachregeln in Europa bekannt zu machen.
Das Cesena-Manuskript
Es handelt sich um eine Handschrift aus der Zeit um 1502 bis 1512 die in der Biblioteca Malatestiana in Cesena (Italien) aufbewahrt wird. Das Manuskript enthält eine umfang- reiche Sammlung von Schachproblemen aus einer Zeit als sich das moderne Schach mit der neuen Zugweise von Dame und Läufer gerade durchsetzte. Besonders bemerkenswert ist dass das Manuskript sowohl Aufgaben nach den alten als auch nach den neuen Regeln enthält. Dadurch dokumentiert es einzigartig den Übergang vom mittel- alterlichen zum modernen Schach.
Klassisches Schach
Es ist die traditionsreichste und an- spruchsvollste Form des Wettkampf- schachs. Den Spielern steht eine lange Bedenkzeit zur Verfügung sodass sie ihre Züge sorgfältig berechnen können. Nahezu alle Weltmeisterschaften und bedeutenden Spitzenturniere werden im klassischen Schach ausgetragen. Nach den FIDE-Regeln umfasst klassisches Schach eine Gesamtbedenk- zeit von mindestens 120 Minuten je Spieler. Häufig erhalten die Spieler zusätzlich einen Zeitbonus pro Zug. Das klassische Schach gilt bis heute als die Königsdisziplin des Spiels.
Schnellschach
Schnellschach verbindet strategisches Denken mit zügigen Entscheidungen. Die kürzere Bedenkzeit verlangt von den Spielern gute Züge auch unter Zeitdruck zu finden. Dadurch entstehen dynamische Partien in denen Intuition, Erfahrung und präzises Zeitmanagement eine wichtige Rolle spielen. Nach den FIDE-Regeln erhält jeder Spieler für die gesamte Partie min- destens 10 aber weniger als 60 Minuten Bedenkzeit wobei ein Zeitbonus pro Zug eingerechnet werden kann. Schnellschach wird weltweit im Breitensport als auch auf höchstem Niveau gespielt.
Blitzschach
Blitzschach gehört zu den beliebtesten und spektakulärsten Schachvarianten. Die extrem kurze Bedenkzeit zwingt die Spieler nahezu jeden Zug innerhalb weniger Sekunden zu entscheiden. Neben schachlichem Können sind deshalb Reaktionsvermögen, Intuition und ein gutes Zeitgefühl von entscheidender Bedeutung. Nach den FIDE-Regeln erhält jeder Spieler für die gesamte Partie weniger als 10 Minuten Bedenkzeit. Zeitnot gehört somit zum Spiel und selbst kleine Ungenauigkeiten können eine Partie innerhalb weniger Augen- blicke entscheiden.
FreeStyle (Chess960)
Chess960 oder Fischer Random Chess genannt ist eine Schachvariante die 1996 vom ehemaligen Weltmeister Bobby Fischer entwickelt wurde. Ziel war es die Bedeutung auswendig gelernter Eröffnungen zu verringern und Kreativität sowie eigenständiges Denken stärker in den Vordergrund zu stellen. Vor jeder Partie werden die Figuren der Grundreihe nach festen Regeln zufällig angeordnet. Dadurch entstehen 960 verschiedene Ausgangsstellungen während die Bauernstellung sowie die Zugregeln für König, Dame und die übrigen Figuren unverändert bleiben.
Tandem-Schach
Tandemschach ist eine Schachvariante für vier Spieler. Zwei Zweierteams spielen gleichzeitig auf zwei Schach- brettern gegeneinander. Schlägt ein Spieler eine gegnerische Figur gibt er sie an seinen Partner weiter der sie statt eines normalen Zuges auf einem freien Feld ins Spiel setzen darf. Durch den ständigen Figurenaustausch entstehen völlig neue taktische Möglichkeiten. Angriffe können sich innerhalb weniger Züge dramatisch verstärken während Materialvorteile oft weniger wichtig sind als im klassischen Schach. Erfolgreiche Tandemspieler müssen schnell rechnen, eng mit ihrem Partner zusammenarbeiten und beide Bretter im Blick behalten.
Simultan
Beim Simultanschach spielt in der Regel ein Großmeister gleichzeitig gegen zahlreiche Gegner. Er geht von Brett zu Brett und führt jeweils seinen Zug aus. Meist umfasst eine Simultanvorstellung 20 bis 40 Bretter und bieten Schach- freunden die seltene Gelegenheit gegen einen Spitzenspieler anzutreten. Trotz der großen Zahl gleichzeitig laufender Partien gewinnt der Simultanspieler meist den überwiegenden Teil seiner Begegnungen. Der Großmeister Vlastimil Hort sorgte 1985 bei einer Simultanveranstaltung gegen 636 Gegner in Köln für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
Fernschach
Fernschach ist eine Schachform bei der die Spieler ihre Züge nicht am selben Ort ausführen sondern über ein Kommunikationsmittel übermitteln. Früher erfolgte dies überwiegend per Brief, Postkarte oder E-Mail. Heute werden Fernschachpartien fast ausschließlich über spezielle Internet- server ausgetragen. Im Gegensatz zum Turnierschach stehen den Spielern mehrere Tage für jeden Zug zur Verfügung. Während einer Partie dürfen Schachliteratur, Daten- banken und Schachprogramme zur Analyse genutzt werden. Dadurch erreichen Fernschachpartien oft ein außergewöhnlich hohes spielerisches Niveau und enden nicht selten remis.
Schachkompositionen
Schachkompositionen sind künstlich geschaffene Schachaufgaben bei denen nicht eine gespielte Partie sondern eine bestimmte Idee im Mittelpunkt steht. Ziel ist es eine überraschende Kombination, ein elegantes Mattbild oder eine originelle Endspielidee in möglichst ästhetischer Form darzu- stellen. Viele Aufgaben folgen dem Grundsatz der Ökonomie wonach jede Figur für die Lösung unverzichtbar sein sollte. Zu den bekanntesten Formen gehören Matt in zwei oder drei Zügen, Studien sowie Hilfs- und Selbstmatts.
Der König (Deutsche Notation: K) * King (England) * Roi (Frankreich) * Re (Italien) * Rey (Spanien) * Rei (Portugal) * Kung (Schweden) * Konge (Norwegen) * Kuningas (Finnland) * Rege (Rumänien) * Król (Polen) Er ist die wichtigste Figur im Schach - ohne ihm geht gar nichts. Wird er Schachmatt gesetzt ist das Spiel sofort beendet und der gegnerische Spieler gewinnt die Partie.
Die Dame (Deutsche Notation: D) * Queen (England) * Dame oder Reine (Frankreich) * Donna oder Regina (Italien) * Dama oder Reina (Spanien) * Dama oder Rainha (Portugal) * Dam oder Drottning (Schweden) * Dronning (Norwegen) * Kuningatar oder Daami (Finnland) * Damă oder Regină (Rumänien) * Hetman (Polen) Sie ist die Mächtigste auf dem Brett, schnell und flexibel eilt sie umher. Acht geben muss sie sich vor dem Springer denn 'gabeln' kann sie nicht. Dem gegnerischen König lehrt sie oft das Fürchten.
Der Turm (Deutsche Notation: T) * Rook (England) * Tour (Frankreich) * Torre (Italien) * Torre (Spanien) * Torre (Portugal) * Torn (Schweden) * Tårn (Norwegen) * Torni (Finnland) * Turn (Rumänien) * Wieża (Polen) Er spielt auf offenen Linien seine Stärke aus, hier fühlt er sich zuhause. Geschlossene Stellungen hingegen hasst er wie die Pest. Gerne spricht er gegenüber dem Springer und dem Läufer von seiner 'Qualität'.
Der Läufer (Deutsche Notation: L) * Bishop (England) * Fou (Frankreich) - der Narr * Alfiere (Italien) * Alfil (Spanien) - der Elefant * Bispo (Portugal) * Löpare (Schweden) * Løper (Norwegen) * Lähetti (Finnland) * Nebun (Rumänien) * Goniec (Polen) Er liebt lange Diagonalen und entfaltet dort seine ganze Stärke. Dass er die Feldfarbe niemals wechseln kann gehört zu seinem Schicksal. Dafür schmiedet er gemeinsam mit der Dame immer wieder gefährliche Mattdrohungen gegen den gegnerischen König.
Der Springer (Deutsche Notation: S) * Knight (England) * Cavalier (Frankreich) * Cavallo (Italien) * Caballo (Spanien) * Cavalo (Portugal) * Springare (Schweden) * Springer (Norwegen) * Ratsu oder Hevonen (Finnland) * Cal (Rumänien) * Skoczek (Polen) Seine liebsten Felder sind im Zentrum und in der Nähe des gegnerischen Königs. Wie keine andere Figur zieht er seine Kreise und ist gefürchtet wegen seiner 'Gabel'. Im Endspiel spielt er seine Fähigkeit aus die Farbe der Brettfelder zu wechseln.
Der Bauer (Deutsche Notation: B) * Pawn (England) * Pion (Frankreich) * Pedone (Italien) * Peón (Spanien) * Peão (Portugal) * Bonde (Schweden) * Bonde (Norwegen) * Sotilas (Finnland) * Pion (Rumänien) * Pion (Polen) Langsam aber beständig marschiert er voran, er möchte am liebsten die gegnerische Grundreihe erreichen. Dies gelingt ihm oft im Endspiel und entscheidet damit den Partieausgang. Er ist die Seele des Spiels, prägt er doch wesentlich den Stellungstyp.
Geschichte Mit der Verbreitung des Schachs in Europa wurden die Namen vieler Schachfiguren an Sprache und Kultur der einzelnen Länder angepasst. Besonders bemerkenswert ist die Geschichte des Läufers. Ursprünglich stellte er einen Elefanten dar. Da Elefanten im mittelalterlichen Europa kaum bekannt waren erhielt die Figur neue Namen. So wurde daraus im Englischen der Bischof (Bishop), im Französischen der Narr (Fou), im Italienischen der Fahnenträger (Alfiere) während der spanische Name Alfil noch heute an den Elefanten erinnert. Der deutsche Name „Läufer“ geht vermutlich auf den mittelalterlichen Kurier zurück.
Notation Bei Turnieren werden alle Züge einer Schachpartie auf einem Schachformular notiert. Dadurch lässt sich die Partie später vollständig nachvollziehen. In der deutschen Notation werden die Figurennamen mit ihren Anfangsbuch- staben abgekürzt: K für König, D für Dame, T für Turm, L für Läufer und S für Springer. Bauern erhalten keinen Buchstaben. International hat sich die englische Notation durchgesetzt. Dabei stehen K für King, Q für Queen, R für Rook, B für Bishop und N für Knight. Der Springer wird mit N (Knight) notiert da K bereits dem König vor- behalten ist.
Spanische Partie
Die Spanische Partie zählt zu den ältesten Schacheröffnungen der Welt. Sie führt meist zu strategisch anspruchsvollen Stellungen. Zugfolge: 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5
Englische Eröffnung
Die Englische Eröffnung gilt als sehr flexibel und eignet sich sowohl für ruhige Positionspartien als auch für scharfe Angriffspartien. Zugfolge: 1.c4 Sf6
Damengambit
Es gehört zu den ältesten und am gründlichsten erforschten Schach- eröffnungen. Es führt meist zu soliden und strategisch geprägten Stellungen. Zugfolge: 1.d4 d5 2.c4
Königsgambit
Das Königsgambit ist eine der berühmtesten und romantischsten Schacheröffnungen überhaupt. Es steht für mutiges Angriffsschach. Zugfolge: 1.e4 e5 2.f4
Sizilianische Verteidigung
Sie ist die am häufigsten gespielte Antwort auf 1.e4. Oft kommt es zu ungleichgewichtigen, dynamischen Stellungen. Zugfolge: 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6
Französische Verteidigung
Die Französische Verteidigung ist eine solide und strategisch anspruchsvolle Eröffnung. Sie führt häufig zu geschlossenen Stellungen. Zugfolge: 1.e4 e6 2.d4 d5
Caro-Kann-Verteidigung
Die Caro-Kann-Verteidigung gilt als besonders widerstandsfähig. Sie vereint solide Verteidigung mit aktivem Figurenspiel. Zugfolge: 1.e4 c6 2.d4 d5
Königsindische Verteidigung
Sie verbindet eine flexible Figurenent- wicklung mit aggressivem Gegenspiel. Häufig entstehen spannende und taktisch geprägte Partien. Zugfolge: 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7
Die Qualität
Im Schach bezeichnet die Qualität den materiellen Unterschied zwischen einem Turm und einer Leichtfigur (Springer oder Läufer). Der Turm besitzt einen höheren Wert als Springer oder Läufer da er den gegnerischen König deutlich wirkungsvoller angreifen und zwingend mattsetzen kann. Gewinnt ein Spieler einen Turm gegen eine Leichtfigur spricht man von einem Qualitätsgewinn. Dennoch kann ein bewusstes Qualitäts- opfer sinnvoll sein wenn dadurch ein starker Angriff, ein positioneller Vorteil oder eine langfristig bessere Stellung erreicht wird.
Das Läuferpaar
Als Läuferpaar bezeichnet man den Besitz beider Läufer. Da jeder Läufer nur Felder einer Farbe erreichen kann ergänzen sich beide Figuren ideal und kontrollieren gemeinsam alle Diagonalen des Brettes. Besonders in offenen Stellungen und Endspielen gilt das Läuferpaar als wertvoller Vorteil. Durch ihre große Reichweite können beide Läufer den gegnerischen König wirkungsvoll unter Druck setzen und gefährliche Mattangriffe unterstützen. Viele Schachspieler verzichten daher ungern auf einen ihrer Läufer und versuchen das Läuferpaar zu erhalten.
Der falsche Läufer
Als falscher Läufer wird ein Läufer bezeichnet der das Umwandlungsfeld eines Randbauern nicht beherrscht. Gelangt der gegnerische König recht- zeitig in die Ecke des Umwandlungs- felds kann er dort eine uneinnehmbare Festung errichten. Obwohl der Angreifer über einen Läufer und einen Mehrbauern verfügt reicht dieser Vorteil häufig nicht zum Sieg. Der falsche Läufer zählt zu den bekanntesten Endspielmotiven und zeigt eindrucksvoll dass im Schach nicht nur Material sondern auch die richtige Figurenkonstellation über Sieg oder Niederlage entscheidet.
Der Freibauer
Ein Freibauer ist ein Bauer dem auf seinem Weg zur Umwandlung kein gegnerischer Bauer mehr auf derselben oder einer benachbarten Linie gegen- übersteht. Gerade im Endspiel zählt er zu den stärksten strategischen Waffen. Besonders gefährlich sind "verbundene" Freibauern die sich gegenseitig decken und nur schwer aufzuhalten sind. Als "entfernten" Freibauer bezeichnet man einen Freibauern der weit von den anderen Bauern entfernt steht. Er zwingt den gegnerischen König oft dazu ihm zu folgen. Dadurch kann der eigene König auf der anderen Brettseite wichtige Bauern erobern und die Partie gewinnen
Das Patt
Eine Pattstellung ist erreicht wenn der Spieler am Zug keinen regelgerechten Zug mehr ausführen kann und sein König nicht im Schach steht. Die Partie endet dann sofort als Remis. Patt kann in verlorenen Stellungen die letzte Chance auf ein Remis sein. Besonders im Endspiel mit wenigen Figuren ist es eine wichtige Verteidigungsressource. Erfahrene Spieler behalten in schwie- rigen Endspielen mögliche Patt- stellungen stets im Blick oder arbeiten gezielt darauf hin. Der Angreifer muss deshalb darauf achten den Gegner nicht versehentlich pattzusetzen.
Das Dauerschach
Ein Dauerschach liegt vor wenn ein Spieler den gegnerischen König un- unterbrochen mit Schachgeboten be- droht und dieser den Angriffen nicht entkommen kann. Da jedes Schach abgewehrt werden muss bleibt dem angegriffenen Spieler keine Möglichkeit eigene Gewinnpläne zu verwirklichen. Dauerschach ist ein wichtiges taktisches Mittel. Ein Spieler in schwieriger oder sogar verlorener Stellung kann auf diese Weise häufig noch ein Remis erreichen. Dabei wird der Turm häufig zum Retter. Führt ein Dauerschach zur dreimaligen Wiederholung derselben Stellung kann ein Spieler Remis beanspruchen.
Der Zugzwang
Ein Spieler befindet sich im Zugzwang wenn er am Zug ist und jeder erlaubte Zug seine Stellung merklich ver- schlechtert. Da im Schach Zugpflicht besteht ist er gezwungen auch nach- teilige Züge auszuführen. Besonders häufig tritt Zugzwang in Endspielen auf und entscheidet über den Partieausgang. Erfahrene Spieler versuchen oft den Gegner gezielt in Zugzwang zu bringen. Als Urheber des Begriffs gilt der deutsche Schachmeister Max Lange. Erstmals belegt ist der Begriff 1858 in der Berliner Schachzeitung und wird heute weltweit verwendet.
Die Opposition
Von Opposition spricht man wenn sich die beiden Könige auf derselben Reihe, Linie oder Diagonale mit einem Feld zwischen sich gegenüberstehen. Liegen drei Felder zwischen den Königen spricht man von der Fernopposition. Wer die Opposition besitzt kann den gegnerischen König häufig zum Rück- zug zwingen und Schlüsselfelder besetzen um in der Folge in die gegnerische Stellung einzudringen. Im Bauernendspiel zählt die Opposition zu den wichtigsten strategischen Techniken überhaupt. Sie entscheidet häufig über den Ausgang der Partie.
Der Doppelbauer
Als Doppelbauern bezeichnet man zwei Bauern derselben Farbe die auf der- selben Linie hintereinander stehen. Sie entstehen durch einen Schlagzug und gelten meist als strukturelle Schwäche. Dennoch werden Doppelbauern in manchen Eröffnungen bewusst in Kauf genommen wenn sie andere strategische Vorteile versprechen. Vor allem im Endspiel machen sich die positionellen Nachteile bemerkbar. Doppelbauern können sich nicht gegenseitig unterstützen und sind daher oft schwer zu verteidigen. Dadurch werden sie häufig zu einem dauerhaften Angriffsziel des Gegners.
Der Randbauer
Ein Randbauer ist ein Bauer auf der a- oder h-Linie. Da er nur von einer Seite unterstützt werden kann gilt er im all- gemeinen als schwächer als ein Mittel- bauer. Im Endspiel nimmt der Rand- bauer eine Sonderstellung ein und führt häufig zu ungewöhnlichen Gewinn- oder Remisstellungen. Steht nur noch ein Randbauer gegen den gegnerischen König genügt oft bereits dessen richtige Stellung um die Umwandlung zu verhindern. In Turmendspielen erhöhen Rand- bauern oft die Remischancen des Ver- teidigers. Die Brettkante schränkt den angreifenden König ein wodurch der Gewinn häufig verhindert wird.
Das Mattnetz
Weiß am Zug - Matt in 11 Zügen Zugfolge: 1.Df4+ gf 2.Lf4:+ Se5 3.Le5:+ Td6 4.Ld6:+ Ka8 5.Sb6+ ab 6.ab+ Sa6 7.Tc8:+ Tc8: 8.Ta6:+ ba 9.Lg2+ Df3 10.Lf3:+ Tc6 11.Lc6:++
Das Abzugsschach
Trotz materiellem Vorteil chancenlos Zugfolge: 1. .. Kg8 2.Tg7+ Kh8 3.Tb7:+ Kg8 4.Tg7+ Kh8 5.Ta7:+ Kh8 6.Tc7 Kg8 7.Tc6: ...
Die Fesselung
Verlust in ausgeglichener Stellung Zugfolge: 1.Db6: Td1:+ 2.Kf2 ab ...
Schwarz am Zug gewinnt Zugfolge: 1. .. Kf7 2.h4 Kf8 3.h5 Kf7 4.h6 Kf8 5.b4 ab ... am Ende entscheidet der schwarze a-Bauer die Partie
Das Opfer
Weiß opfert und setzt Matt Zugfolge: 1.Th8+ Kh8: 2.Th1+ Kg8 3.Th8+ Kh8: 4.Dh1+ Kg8 5.Dh7++ (Auch als Damiano-Matt bekannt)
Der Zwischenzug
Die sofortige Mattdrohung 1.Kg6 scheitert an baD wegen der Fesselung. Der Zwischenzug führt zum Gewinn Zugfolge: 1.Tb8+ Kh7 2.Th8+ Kh8: 3.Kg6 f1D 4.Td8+ Df8 5.Tf8:++
Die Gabel
Auch ein Turm kann „gabeln" Nicht nur der Springer kann das! Zugfolge: 1.Tc6+ Kd1(2) 2.Td6+ Td6: 3.h8D ...
Das Turmopfer rettet Weiß Zugfolge: 1.Tb7+ Kb7: oder Db7: und Weiß erzwingt das Remis durch ein Patt
Weiß scheint verloren aber ein Zwischenzug rettet das Remis Zugfolge: 1.Tc4+ Kd3 2.Td4+ Kd4: 3.Ke2: ...
Grundreihen Matt
Der König wird auf der Grundreihe durch einen Turm oder eine Dame mattgesetzt während ihm die eigenen Bauern auf der zweiten Reihe die Flucht versperren.
Arabisches Matt
Es entsteht durch das harmonische Zusammenspiel von Turm und Springer. Während der Turm den gegnerischen König mattsetzt deckt der Springer die Fluchtfelder und schützt zugleich den Turm. Zugfolge 1. .. Lh6: 2.Th8++
Anastasia Matt
Der König wird durch das Zusammen- spiel von Turm und Springer Matt gesetzt. Der Springer nimmt wichtige Fluchtfelder des Königs. Zugfolge Kh8 2.Dh7:+ Kh7: 3.Th8++
Ersticktes Matt
Der König wird von eigenen Figuren eingeschlossen und besitzt kein einziges Fluchtfeld. Ein Springer nutzt diese besondere Stellung und setzt matt. Zugfolge 1. .. Kg8 2.Sh6+ Kh8 3.Dg8+ Tg8: 4.Sf7++
Boden Matt
Der König wird durch das Zusammen- spiel der beiden Läufer Matt gesetzt. Turm oder Dame opfern sich mit einem Schachgebot. Zugfolge 1. .. bc 2.La6++
Damiano Matt
Der g-Bauer nimmt dem König wichtige Fluchtfelder und ermöglicht der Dame das Mattsetzen. Oft wird die Kombi- nation durch ein Turmopfer eingeleitet. Zugfolge Kh8: 2.Dh1+ Kg8 3.Dh7++
Epauletten Matt
Die beiden Türme versperren dem König die seitlichen Fluchtfelder und machen ihn bewegungsunfähig. Die Dame ist mit einem Matt zur Stelle. Zugfolge 1. .. Td8: 2.Dc6++
Treppenmatt
Die zwei Türme treiben den König Zug für Zug an den Brettrand. Am Ende setzt einer der beiden Türme den König Matt. Zugfolge Kg* 2.Tg7+ Kh* 3.Th8++
ELO
Sie ist die weltweit gebräuchlichste Wertungszahl zur Einschätzung der Spielstärke von Schachspielern. Das System wurde vom amerikanischen Physikprofessor Arpad Elo 1960 für den US-Schachverband (USCF) entwickelt und 1970 von der FIDE als offizielles Wertungssystem übernommen. Aus den Elo-Zahlen zweier Spieler lässt sich das zu erwartende Spielergebnis abschätzen. Nach jeder gewerteten Partie wird die Elo-Zahl anhand des erzielten Ergebnisses angepasst. Anfänger haben meist etwa 1200 Elo, starke Vereinsspieler 1800–2200 und die Weltspitze über 2800 Elo.
DWZ
Die Deutsche Wertungszahl (DWZ) ist das in Deutschland verwendete Wertungssystem zur Einschätzung der Spielstärke von Schachspielern. Sie wurde 1992 vom Deutschen Schach- bund eingeführt und löste die bis dahin verwendete Ingo-Zahl ab. Nach jeder gewerteten Partie wird die DWZ anhand des erzielten Ergebnisses neu berechnet. Anfänger besitzen meist eine DWZ unter 1000, Vereinsspieler erreichen 1500 bis 2100, ab einer DWZ von 2300 haben Spieler Bundesliga-Niveau. Die aktuellen DWZ-Zahlen aller Spieler sind in der Online-Datenbank des Deutschen Schachbundes abrufbar.
TCEC
Die Top Chess Engine Championship (TCEC) ist die inoffizielle Weltmeister- schaft der Schachprogramme. Seit 2010 treten die stärksten Schach-Engines in einer Online-Liga gegeneinander an. Die TCEC gilt heute als der bedeutendste Leistungsvergleich moderner Schach-Engines weltweit. Gespielt wird auf identischer Hardware unter gleichen Bedingungen. Zu den erfolgreichsten Programmen zählen Houdini, Komodo, Lc0 und vor allem Stockfish, das die TCEC über viele Jahre hinweg dominierte. Die Wettkämpfe werden live im Internet übertragen und weltweit verfolgt.
WCCC
Die World Computer Chess Champion- ship (WCCC) ist die offizielle Welt- meisterschaft der Schachprogramme und wird seit 1974 von der International Computer Games Association (ICGA) ausgetragen. Hier treffen die besten Programme ihrer Zeit aufeinander – von den ersten Schachcomputern bis zu den heutigen Hochleistungs-Engines. Die WCCC spiegelt damit die rasante Entwicklung des Computerschachs über mehr als fünf Jahrzehnte wider. Den ersten Weltmeistertitel gewann 1974 das sowjetische Schachprogramm Kaissa. Später prägten Programme wie Belle, Deep Thought, Deep Blue, Shredder, Junior, Rybka und Stockfish die Geschichte der WCCC.
PGN
Portable Game Notation (PGN) ist der internationale Standard zum Speichern von Schachpartien. Das 1994 von Stephen J. Edwards entwickelte Datei- format ermöglicht den einfachen Daten- austausch zwischen nahezu allen Schachprogrammen und Plattformen. Neben den Zügen werden auch An- gaben wie Turnier, Ort, Datum, Runde, Spielernamen und Ergebnis gespeichert. Das Dateiformat erlaubt außerdem die Aufnahme von Kommentaren und Zugvarianten und ermöglicht damit die vollständige Dokumentation der Partie. Heute sind weltweit Millionen von Schachpartien im PGN-Format archiviert und jederzeit verfügbar.
FEN
Die Forsyth-Edwards Notation (FEN) ist ein standardisiertes Format zur Be- schreibung einer Schachstellung. Es wurde von David Forsyth entwickelt. In einer einzigen Zeichenfolge werden die Position aller Figuren, die Zugfarbe, Rochaderechte, ein mögliches En-passant-Feld sowie der Zugzähler gespeichert. Die Grundstellung einer Partie: rnbqkbnr/pppppppp/8/8/8/8/PPPPPPPP/RNBQKBNR w KQkq - 0 1 Großbuchstaben stehen für weiße Figuren, Kleinbuchstaben für Schwarze. Es wird die englische Figurennotation verwendet.
ECO
Der ECO-Schlüssel (Encyclopedia of Chess Openings) ist ein international verwendetes System zur Klassifizierung von Schacheröffnungen. Es wurde 1974 vom Verlag Chess Informant eingeführt und gliedert nahezu alle Eröffnungen in fünf Hauptgruppen (A–E) mit jeweils 100 ECO-Codes (00–99). Dadurch lassen sich Schacheröffnungen weltweit eindeutig bezeichnen. Beispielsweise umfasst die Gruppe C die Offenen Spiele (1.e4 e5) sowie die Französische Verteidigung während die Gruppe D das Damengambit und die Slawische Verteidigung enthält.
SYZYGY (Tablebase)
Syzygy ist ein spezielles Datenformat für Endspieldatenbanken im Computer- schach. Die 2013 von Ronald de Man entwickelte Technik erlaubt es Schach- programmen Endspielstellungen mit bis zu sieben Figuren blitzschnell und vollkommen fehlerfrei zu lösen. Seit 2018 sind alle Endspiele mit bis zu sieben Figuren vollständig berechnet. Die Datenbanken umfassen über 423 Billionen Stellungen und benötigen rund 18 Terabyte Speicherplatz. Moderne Schachprogramme greifen während des Spiels direkt auf diese Datenbanken zu. Nachschlagen statt Rechnen heißt das Motto.
Schach & Schachmatt
Ein König steht im Schach wenn er von einer gegnerischen Figur angegriffen wird. Der Spieler muss die Bedrohung im nächsten Zug beseitigen – entweder durch Wegziehen des Königs, Schlagen der angreifenden Figur oder das Dazwischenziehen einer eigenen Figur. Ist keine dieser Möglichkeiten mehr vorhanden spricht man von Schachmatt, die Partie ist damit sofort beendet. Eine besondere Form ist das Doppel- schach bei dem der König gleichzeitig von zwei Figuren angegriffen wird. Da nur der König selbst beiden An- griffen gleichzeitig entkommen kann ist in diesem Fall ausschließlich ein legaler Königszug möglich.
Kandidatenzüge
Kandidatenzüge sind die aussichts- reichsten Züge einer Schachstellung die vor der Variantenberechnung ausgewählt werden. Statt alle Möglich- keiten zu untersuchen konzentriert sich der Spieler auf wenige Erfolg ver- sprechende Fortsetzungen. Meist werden zunächst Schachgebote, Schlagzüge und unmittelbare Drohungen geprüft. Erst danach werden ruhigere Stellungszüge berücksichtigt. In den meisten Stellungen genügen bereits drei bis fünf Kandidatenzüge. Ihre richtige Auswahl verhindert unnötige Berechnungen und spart wertvolle Bedenkzeit.
Materialwert einer Figur
Im Schach wird der Figurenwert meist in Bauerneinheiten angegeben. Der Bauer dient dabei als Maßstab und erhält den Wert 1. Springer und Läufer werden jeweils mit 3 Bauerneinheiten bewertet, der Turm mit 5 und die Dame mit 9 Bauerneinheiten. Der König besitzt keinen Materialwert. Diese Werte dienen jedoch nur als Orientierung. Der tatsächliche Wert einer Figur hängt maßgeblich von ihrer Brettposition, ihrer Bewegungsfreiheit und der Zusammenarbeit mit den übrigen Figuren ab. Erst das Miteinander von Material und Stellung bestimmt den tatsächlichen Wert der Figuren auf dem Spielbrett.
Die Rochade
Die Rochade ist der einzige Zug im Schach bei dem gleichzeitig zwei Figuren bewegt werden. Dabei zieht der König zwei Felder in Richtung eines Turms der anschließend auf das benach- barte Feld neben dem König springt. Eine Rochade ist nur erlaubt wenn König und Turm noch nicht gezogen wurden, sich zwischen ihnen keine Figuren befinden und der König weder im Schach steht noch ein bedrohtes Feld überschreitet. Die Rochade dient dazu den König in Sicherheit zu bringen und gleichzeitig den Turm rasch ins Spiel zu entwickeln. Man unterscheidet zwischen der kurzen Rochade auf der Königsseite und der langen Rochade auf der Damenseite.
En passant
En passant (französisch für „im Vorbei- gehen“) ist ein besonderer Bauernzug. Zieht ein Bauer aus seiner Grund- stellung zwei Felder nach vorn und kommt dabei neben einem gegnerischen Bauern zum Stehen darf dieser ihn im unmittelbar folgenden Zug schlagen als wäre er nur ein Feld vorgerückt. Das Schlagen „en passant“ ist nur in diesem einen Zug möglich. Wird die Gelegenheit nicht sofort genutzt ver- fällt das Recht auf diesen Schlagzug. Diese Regel wurde im 15.Jahrhundert eingeführt um zu verhindern dass ein Bauer mit seinem Doppelschritt am gegnerischen Bauern „vorbeizieht“.
Weitere Schachbegriffe
Das Gambit Ein Gambit ist eine Schacheröffnung bei der dem Gegner durch den Doppel- schritt eines Bauern ein Bauerngewinn angeboten wird. Der Randbauer Die vier Bauern der a- und h-Linie werden als Randbauern bezeichnet. Der Doppelbauer Doppelbauern sind zwei gleichfarbige Bauern auf derselben Linie die durch einen Schlagzug entstanden sind. Das Fianchetto Ein Fianchetto ist die Entwicklung eines Läufers auf das Feld b2, g2, b7 oder g7.
Die 50-Züge-Regel
Nach den offiziellen Schachregeln kann ein Spieler Remis beanspruchen wenn 50 aufeinanderfolgende Züge ohne Bauernzug oder Schlagzug gespielt wurden. Die Regel soll verhindern dass theoretisch gewonnene Endspiele über viele Stunden hinausgezögert werden. Als die Regel im 19. Jahrhundert ein- geführt wurde glaubte man dass jeder Gewinnweg innerhalb von 50 Zügen zum Erfolg führen könne. Moderne Endspieldatenbanken wider- legten dies: Manche Gewinnstellungen erfordern mehr als 50 Züge ohne Bauernzug oder Schlagzug, einige so- gar mehrere hundert Züge bis zum Matt.
Die Notation
Früher wurden Schachzüge oft in ganzen Sätzen oder mit umständlichen Beschreibungen notiert. Das erschwerte das Lesen und Aufzeichnen längerer Partien erheblich. Beispiele sind „Der Springer des Königs zieht auf das dritte Feld“ oder „das zweite Haus vor dem Läufer“. 1737 stellte Philipp Stamma eine frühe Form der algebraischen Notation vor. Mit Bezeichnungen wie e4 oder Sf3 wurden Schachpartien deutlich ein- facher und international verständlich. Heute ist die algebraische Notation weltweit einheitlicher Standard und die einzige von der FIDE anerkannte Form.
Die kürzeste WM-Partie
Die kürzeste entschiedene Partie einer klassischen Schachweltmeisterschaft dauerte nur 17 Züge. 2012 gewann Viswanathan Anand gegen Boris Gelfand bereits nach einer ungewöhn- lichen Eröffnung und einem energischen Königsangriff. Obwohl Gelfand materiellen Vorteil besaß erwies sich seine Dame als vom Geschehen abgeschnitten. Angesichts des unausweichlichen Angriffs auf seinen König gab er die Partie bereits im 17. Zug auf. Der Rekord zeigt eindrucksvoll dass selbst auf höchstem Niveau in der Er- öffnung eine Partie entschieden wird.
Die längste WM-Partie
Die längste Partie einer klassischen Schachweltmeisterschaft wurde 2021 zwischen Magnus Carlsen und Ian Nepomniachtchi gespielt. Nach 136 Zügen und fast acht Stunden Spielzeit setzte sich Carlsen in einem hoch- komplizierten Endspiel durch. Sie gilt als eine der dramatischsten und kräftezehrendsten Partien der Schachge- schichte und als Wendepunkt des Wettkampfs. Nach der zermürbenden Niederlage wirkte Nepomniachtchi verunsichert und spielte nicht mehr auf seinem gewohnt hohen Niveau. Carlsen gewann den WM-Kampf am Ende deutlich mit 7½:3½.
Die längste Weltmeisterschaft
Die längste Schachweltmeisterschaft der Geschichte wurde 1984 zwischen Karpow und Kasparow ausgetragen. Gespielt wurde nach dem damaligen Modus „Erster mit sechs Siegen gewinnt“ wobei Remis nicht zählten. Nach fünf Monaten, 48 Partien und 40 Remis führte Karpow mit 5:3. Beide Spieler waren mental stark erschöpft weshalb FIDE-Präsident Campomanes den Wettkampf ohne Sieger abbrach. Im neu angesetzten WM-Kampf 1985 setzte sich Kasparow schließlich mit 13:11 durch und wurde mit 22 Jahren der bis dahin jüngste Weltmeister der Geschichte.
Längste Zeit Nummer 1 der Weltrangliste
Nach heutigen Berechnungen von Chessmetrics gilt Emanuel Lasker mehr als 24 Jahre lang als stärkster Schachspieler der Welt. Zwischen 1890 und 1926 führte er die historische Weltrangliste ins- gesamt 292 Monate lang an. Den Rekord in der offiziellen FIDE-Weltrangliste hält Garry Kasparow. Von Januar 1984 bis zu seinem Rücktritt im März 2005 stand er insgesamt 255 Monate an der Spitze der Weltrangliste. Beide Spieler prägten ihre Epochen wie kaum ein anderer Schachweltmeister.
Simultan Rekorde
Simultanveranstaltungen gehören zu den größten Herausforderungen im Schach. Ein Meister spielt dabei gleichzeitig gegen zahlreiche Gegner und muss sich innerhalb weniger Sekunden immer wieder auf neue Stellungen einstellen. 1977 stellte Vlastimil Hort einen Welt- rekord im Blindsimultan auf. Er spielte gleichzeitig an 22 Brettern und musste sämtliche Partien ausschließlich aus dem Gedächtnis verfolgen. 1985 folgte ein Guinness-Weltrekord im Simultanschach. In 24 Stunden trat Hort gegen insgesamt 636 Gegner an – eine außergewöhnliche Leistung die neben schachlichem Können vor allem enorme Konzentration erforderte.
Titel in der Schachwelt
In der Schachwelt gibt es zahlreiche internationale Titel. Sie werden vom Weltschachverband FIDE vergeben und zeichnen besondere spielerische Leistungen aus. Die bekanntesten Titel sind Großmeister (GM), Internationaler Meister (IM), FIDE-Meister (FM) und Candidate Master (CM). Daneben existieren entsprechende Frauentitel wie WGM, WIM, WFM und WCM. Die Titel gelten lebenslang. Für ihre Verleihung sind – je nach Titel – bestimmte Elo-Zahlen und Normen zu erfüllen. Der WM-Titel wird dagegen in einem WM-Kampf ausgespielt.
Schach ohne Grenzen
Nach Schätzungen der FIDE spielen weltweit rund 600 Millionen Menschen Schach. In Deutschland beherrschen etwa 40 Millionen Menschen die Schachregeln - nahezu jeder Zweite. Im DSB sind rund 100.000 Mitglieder in etwa 2.200 Vereinen organisiert. Die meisten Schachspieler spielen jedoch zu Hause mit Familie oder Freunden sowie über das Internet. Allein auf den großen Online-Plattformen werden jedes Jahr mehr als 500 Millionen Partien gespielt. Schach erlebt einen weltweiten Boom und verbindet Menschen aller Alters- gruppen, Nationalitäten und Kulturen.
Judit Polgár
Judit Polgár (*23.07.1976 in Budapest) stammt aus einer außergewöhnlichen Schachfamilie. Auch ihre beiden älteren Schwestern Zsuzsa und Zsófia wurden Großmeisterinnen und gehörten viele Jahre zur Weltspitze. Gemeinsam prägten die drei Schwestern das inter- nationale Frauenschach und führten Ungarn zu Olympiasiegen in 1988 und 1990. Judit entschied sich bewusst dafür fast ausschließlich gegen die stärksten Großmeister der Welt anzutreten. Mit einer Elo-Höchstzahl von 2735 wurde sie als bisher einzige Frau in die Top Ten der Weltrangliste aufgenommen. Zudem führte sie 26 Jahre lang un- unterbrochen die Frauenweltrangliste.
Die Unsterbliche Partie
Sie zählt zu den berühmtesten Schach- partien aller Zeiten. Adolf Anderssen besiegte am 21.06.1851 in London Lionel Kieseritzky mit einer spektakulären Angriffskombination. Er opferte einen Läufer, beide Türme und schließlich sogar seine Dame bevor drei Leichtfiguren den König mattsetzten. Die Partie verkörpert den romantischen Schachstil des 19. Jahrhunderts. Material spielte eine untergeordnete Rolle – entscheidend waren Initiative, Angriff und spektakuläre Kombinationen. Gespielt wurde im berühmten Londoner Schachcafé Simpson's-in-the-Strand.
Die Immergrüne Partie
Die Immergrüne Partie zählt zu den berühmtesten Angriffspartien der Schachgeschichte. Sie wurde 1852 in Berlin zwischen Adolf Anderssen und Jean Dufresne gespielt. Anderssen opferte nacheinander einen Läufer, beide Türme und schließlich die Dame um den gegnerischen König in ein unwiderstehliches Mattnetz zu zwingen. Das spektakuläre Finale mit den verbliebenen Leichtfiguren gilt bis heute als Meisterwerk der Kombination. Viele Schachhistoriker betrachten die Partie als vollkommenstes Kunstwerk der romantischen Schachschule. Den Schlusspunkt setzt ein elegantes Matt mit zwei Läufern und einem Springer.
Saavedra-Studie (Glasgow 1895)
Die Studie zählt zu den berühmtesten Endspielstudien überhaupt. Ihren legendären Ruf verdankt sie der genialen Unterverwandlung eines Bauern zum Turm statt zur Dame. - Weiß am Zug gewinnt -
Schachmuseen & Schachcafés
Schachmuseen und Schachcafés sind beliebte Treffpunkte für Schachfreunde aus aller Welt. Zu den bedeutendsten Schachmuseen zählen das Averbakh-Schachmuseum in Moskau mit seiner umfangreichen Sammlung historischer Schachobjekte, das FIDE Chess Museum in Lausanne sowie das Deutsche Schachmuseum in Löberitz. Zu den berühmtesten Schachcafés zählen das Café de la Régence in Paris, das Central Café in Wien und Simpson's-in-the-Strand in London. Sie waren über viele Jahrzehnte Treff- punkte bedeutender Schachmeister.
Postkarten und Briefmarken
Schachmotive sind seit über 100 Jahren auf Postkarten zu finden. Besonders bekannt sind die Postkarten zum WM-Kampf 1972 zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski. Für jede gespielte Partie erschien eine eigene Erinnerungskarte mit Partiean- gaben und einer Stellung aus der jeweiligen Partie. Heute zählen voll- ständige Serien zu den begehrten Sammlerstücken der Schach-Philokartie. Auch auf Briefmarken finden sich zahlreiche Schachmotive – von kunst- voll gestalteten Schachfiguren über Porträts berühmter Schachspieler bis hin zu historischen Turnieren.
Schachautomaten
Der Türke wurde 1770 vom öster- reichischen Erfinder Wolfgang von Kempelen vorgestellt. Der scheinbar selbstständig spielende Automat besiegte zahlreiche berühmte Gegner und faszinierte Europa über Jahrzehnte. Ajeeb entstand 1868 in England und wurde vor allem in den USA bekannt. Dort trat er in Vergnügungsstätten auf und war ein echter Publikumsmagnet. Beide Scheinautomaten verbargen einen menschlichen Schachspieler im Inneren und täuschten ihr Publikum meisterhaft. Ajeeb profitierte vom technischen Fortschritt des 19.Jahrhunderts und war konstruktiv deutlich ausgefeilter.
Berührt - Geführt
Keine Regel des Turnierschachs lernen Anfänger eher als diese. In vielen Schachcafés war es üblich Figuren probeweise anzufassen, verschiedene Züge auszuprobieren und sie wieder zurückzustellen. Das führte häufig zu Streitigkeiten. Ludwig Bledow führte die Regel in den 1830er Jahren in der Berliner Schachgesellschaft ein. Die Regel verbreitete sich von Berlin aus in Deutschland und später international. Nur wenn ein Spieler vorher aus- drücklich „j'adoube“ (ich korrigiere) ankündigt darf er eine Figur zurecht- rücken ohne sie ziehen zu müssen.
Stefan Zweigs „Schachnovelle“ (1942)
Die Schachnovelle ist das letzte und zugleich bekannteste Werk des öster- reichischen Schriftstellers Stefan Zweig. Er schrieb sie 1941/42 im brasiliani- schen Exil kurz vor seinem Tod. Im Mittelpunkt steht der geheimnisvolle Dr. B. der während seiner Isolationshaft durch das Schachspiel dem geistigen Zusammenbruch zu entkommen ver- sucht. Schach wird dabei zum Sinnbild für Freiheit, Hoffnung und den Kampf gegen seelische Unterdrückung. Die 1942 erschienene Novelle zählt bis heute zu den meistgelesenen deutsch- sprachigen Werken des 20.Jahrhunderts.
Das acht Damen Problem
Es hat zwar nichts mit Schach zu tun ist aber trotzdem sehr interessant. Wie stellt man acht Damen auf ein Schachbrett ohne daß diese sich schlagen können. Es gibt 92 verschiedene Lösungen!
Das königliche Spiel
Das Schachspiel ist in Europa das be- kannteste Brettspiel. Zwei Spieler sind abwechselnd am Zug und bewegen ihre anfangs 32 Spielfiguren auf dem 8x8 Felder großen Spielbrett. Ziel ist es den gegnerischen König schachmatt zu setzen. Dies ist erreicht wenn es dem angegriffenen König nicht mehr möglich ist das Schachgebot abzuwehren sei es durch Schlagen der angreifenden Figur, Dazwischenstellen einer Verteidigungsfigur oder durch Flucht des Königs auf ein unbedrohtes freies Feld. Bei fehlerfreiem Spiel beider Seiten ist kein Sieg zu erzwingen.
Darum spielen Menschen Schach
Schach verbindet Menschen aller Alters- gruppen, Kulturen und Sprachen. Es bringt Freunde zusammen, er- möglicht neue Bekanntschaften und spannende Wettkämpfe – am Brett ebenso wie online. Jeder findet im Schach seine eigene Herausforderung. Für viele Eltern spielt zudem der Bildungsaspekt eine wichtige Rolle. Schach schult Konzentration, logisches Denken, Kreativität, Kombinationsgabe und strategisches Planen. Es fördert Geduld, Entscheidungsfindung, Selbstdisziplin sowie die Fähigkeit aus Niederlagen zu lernen.
Die Stappenmethode
Die Stappenmethode gehört zu den bekanntesten Lehrsystemen im Schach. Entwickelt wurde sie in den 1980er-Jahren von den Niederländern Rob Brunia und Cor van Wijgerden. Ihr Erfolgsrezept beruht auf einer Reihe von Aufgabenbüchern mit stetig steigendem Schwierigkeitsgrad. Im Mittelpunkt stehen taktische Motive, Endspieltechniken und strategisches Verständnis. Die Bücher führen Anfänger und Fortgeschrittene Schritt für Schritt an das Schachspiel heran. Heute gehört die Stappenmethode in Vereinen und Schulen zum festen Bestandteil der Schachausbildung.
Das Schweizer System
Bei großen Turnieren mit vielen Teil- nehmern kann nicht jeder gegen jeden spielen. Deshalb wurde 1895 vom Schweizer Julius Müller ein System entwickelt um mit einer begrenzten Rundenzahl dennoch die besten Spieler zu ermitteln. In der ersten Runde werden die Paarun- gen nach der Wertungszahl gesetzt. Danach spielen die Gewinner gegen- einander ebenso die Spieler mit gleicher Punktzahl. Kein Spieler scheidet aus. Die Auslosung der Paarungen sowie die Berechnung der Feinwertungen erfolgen heute mit spezieller Turniersoftware wie z.B. Swiss-Chess oder Swiss-Manager.
Schachportale
Schachportale ermöglichen es jederzeit gegen Spieler aus aller Welt anzutreten. Neben Blitz-, Schnell- und Fernschach bieten sie Trainingsaufgaben, Partien- analysen und vielfältige Turniere. Zu den bekanntesten Plattformen gehören Lichess und Chess.com. Millionen von Schachfreunden nutzen sie täglich zum Spielen, Trainieren und Verfolgen internationaler Turniere. Auch viele Großmeister sind dort regelmäßig bei Turnieren aktiv. Schachportale haben wesentlich dazu beigetragen das Schachspiel weltweit populärer zu machen und Spieler aller Spielstärken miteinander zu verbinden.
ChessBase
ChessBase zählt zu den bedeutendsten Schach-Ökosystemen der Welt. Seit der Vorstellung im Jahr 1986 hat die Soft- ware die Analyse, Vorbereitung und Verwaltung von Schachpartien grund- legend verändert. Zum Leistungsumfang gehören Schachdatenbanken, Analysewerkzeuge, Schachengines, Eröffnungsvorbereitung, Live-Übertragungen sowie zahlreiche Trainings- und Onlinefunktionen. Heute gehört ChessBase für viele Großmeister, Trainer und ambitionierte Vereinsspieler zur Standardausrüstung und hat die moderne Schachvor- bereitung nachhaltig geprägt.
Chessmetrics
Chessmetrics ist ein vom amerika- nischen Statistiker Jeff Sonas im Jahr 2002 entwickeltes Ranglistensystem. Es ermöglicht den Vergleich der Spiel- stärke von Schachspielern aus ver- schiedenen Epochen. Grundlage sind Tausende historischer Partien deren Ergebnisse mit statistischen Verfahren ausgewertet werden. Dadurch lassen sich Rang- listen für nahezu jedes Jahr der Schachgeschichte erstellen. Historiker nutzen Chessmetrics gern um die Spielstärke von Schachspielern verschiedener Generationen objektiv miteinander zu vergleichen.
Professional Chess Association
Die PCA war eine 1993 von Kasparow und Short neu gegründete Schach- organisation. Auslöser waren Meinungs- verschiedenheiten mit der FIDE über die Vermarktung des WM-Kampfes. Die Gründung führte zur Spaltung der Schachwelt und in der Folge zu zwei konkurrierenden Weltmeistertiteln. Die FIDE entzog daraufhin Garry Kasparow den WM-Titel und Nigel Short das Herausforderungsrecht. Nach dem Verlust wichtiger Sponsoren löste sich die PCA 1996 auf. Erst im Jahr 2006 wurden die beiden konkurrierenden Weltmeistertitel im Wiedervereinigungskampf zwischen Kramnik und Topalow wieder vereint.
Kaissa
Kaissa wurde Anfang der 1970er-Jahre in der Sowjetunion entwickelt und gilt als das erste Schachprogramm von weltweiter Bedeutung. Das Programm lief auf einem Großrechner vom Typ ICL System 4/70 und analysierte bereits mehrere tausend Stellungen pro Sekunde. Seine besondere Stärke war eine für die damalige Zeit außergewöhnlich ausge- feilte Stellungsbewertung, die neben Material auch positionelle Faktoren wie Figurenaktivität, Königssicherheit und Bauernstruktur berücksichtigte. 1974 gewann es in Stockholm die erste Computerschach-Weltmeisterschaft.
Mephisto
Die Schachcomputer der Marke Mephisto wurden ab 1980 von Hegener & Glaser entwickelt und gehörten zwischen 1983 und 1994 zu den erfolgreichsten Heimschachcomputern. Modelle wie Amsterdam, Dallas oder Roma mit den Programmen von Richard Lang gewannen mehrfach die Computerschach-Weltmeisterschaft. Die Geräte verfügten über ein elektronisches Sensorbrett, analysierten bereits mehrere zehntausend Stellungen pro Sekunde und erreichten Großmeisterniveau. Mephisto brachte leistungsstarkes und bezahlbares Computerschach erstmals in die Wohnzimmer vieler Schachfreunde.
Deep Blue (IBM)
Deep Blue wurde von IBM entwickelt und war der erste Schachcomputer, der einen amtierenden Schachweltmeister in einem Wettkampf besiegte. Im Duell 1996 gewann Garri Kasparow noch mit 4:2. Ein Jahr später revanchier- te sich Deep Blue mit 2 Siegen, 3 Remis und 1 Niederlage zum historischen 3½:2½-Erfolg. Der Rechner analysierte rund 200 Millionen Stellungen pro Sekunde und galt als leistungsstärkster Schachcomputer seiner Zeit. Das Duell „Weltmeister gegen Maschine“ gilt bis heute als legendär.
Fritz
Seit 1991 erscheint Fritz bei ChessBase. Die von Frans Morsch entwickelte erste Engine legte den Grundstein für eine bis heute kontinuierlich weiterentwickelte Schachsoftware. Heute zählt Fritz zu den bekanntesten Schachprogrammen weltweit. In den aktuellen Versionen vereint Fritz eine leistungsstarke Engine mit vielseitigen Analyse- und Trainings- funktionen, großen Eröffnungsbüchern sowie Endspieldatenbanken. Für Generationen von Schachspielern ist Fritz zum Standardprogramm für Training, Analyse und Partievor- bereitung geworden.
Rybka
Rybka wurde 2005 vom Internationalen Meister Vasik Rajlich entwickelt und galt zwischen 2005 und 2010 als die stärkste Schachengine der Welt. Das Programm führte alle bedeutenden Engine-Ranglisten an und gewann von 2007 bis 2010 viermal den WCCC-Titel. Seine außergewöhnliche Spielstärke beruhte auf einer hocheffizienten Such- technik und einer präzisen Stellungs- bewertung. Rybka setzte neue Maßstäbe im Computerschach und beeinflusste die Entwicklung vieler späterer Engines. Nach Urheberrechtsvorwürfen wurden Rybka 2011 die gewonnenen Weltmeistertitel wieder entzogen.
Weitere Schachprogramme
* Chessmaster (1986 / Ubisoft) Spielstärke ca. 1900 - 2000 Elo * Rebel (1991 / Ed Schröder) Computerschach-Weltmeister 1992/93 Spielstärke ca. 2500 - 2600 Elo * Shredder (1993 / Meyer-Kahlen ) 13-facher Computerschach-Weltmeister Spielstärke ca. 2600 - 2700 Elo * Houdini (2010 / Robert Houdart) Mehrfacher Sieger der TCEC Spielstärke ca. 3000 - 3100 Elo * Komodo (2010 / Dailey, Lefler) Mehrfacher WCCC- und TCEC-Sieger Spielstärke ca. 3000 - 3100 Elo
Stockfish
Nachdem lange Zeit Fritz, Shredder, Junior, Rybka und andere das Computerschach prägten übernahm Stockfish 2011 die Spitzenposition. Stockfish revolutionierte das Computer- schach als frei verfügbare Open-Source-Engine. Seit der ersten Version im Jahr 2008 haben über 200 Entwickler zum Quellcode beigetragen und das Programm kontinuierlich verbessert. Mit der Einführung der innovativen NNUE-Technologie gelang ein weiterer großer Leistungssprung. Heute gilt Stockfish als Referenz an der sich alle anderen Schachengines messen lassen müssen.
AlphaZero
Mit AlphaZero begann 2017 eine neue Ära des Computerschachs. Während Programme wie Fritz, Shredder, Rybka oder Stockfish auf klassischen Such- algorithmen und Bewertungsfunktionen basieren lernte AlphaZero das Schach- spiel selbstständig durch Millionen von Partien gegen sich selbst. Der neuartige Ansatz führte bereits nach wenigen Stunden zu Weltklasseniveau und begeisterte Experten mit einem kreativen, dynamischen und oft überraschend opferreichen Spielstil. AlphaZero gilt als Meilenstein in der Entwicklung künstlicher Intelligenz.
Kandidatenturniere
Die Kandidatenturniere werden heute in der Regel alle zwei Jahre ausgetragen und entscheiden darüber wer den amtierenden Schachweltmeister herausfordern darf. Legendär ist Bobby Fischers Durchmarsch im Kandidatenzyklus 1970/71 mit seinen beiden 6:0-Erfolgen gegen Mark Taimanow und Bent Larsen, die den Grundstein für seinen späteren Weltmeistertitel legten. Auch Deutschlands Großmeister Robert Hübner gehörte mehrfach zum Kreis der Kandidaten und erreichte 1980 sogar das Kandidatenfinale wo er gegen Viktor Kortschnoi ausschied.
Weltmeisterschaften
Seit dem ersten offiziellen Weltmeister- schaftskampf im Jahr 1886 zwischen Wilhelm Steinitz und Johannes Zukertort gilt der Titel des Schachweltmeisters als die höchste Auszeichnung im Schach. Bis 1948 bestimmte der amtierende Weltmeister die Bedingungen eines Titelkampfes oft selbst und musste in einem Zweikampf besiegt werden um seinen Titel zu verlieren. Seit 1948 organisiert die FIDE die Weltmeisterschaften und bestimmt den Herausforderer über Kandidatenturniere. Den Rekord hält Emanuel Lasker mit 27 Jahren als Weltmeister.
Schacholympiaden
Die Schacholympiade ist die bedeutendste Mannschaftsmeisterschaft im internationalen Schach. Sie wird von der FIDE in der Regel alle zwei Jahre ausgetragen und vereint National- mannschaften aus der ganzen Welt. Gespielt wird an vier Brettern wobei zusätzlich Ersatzspieler zum Einsatz kommen können. Neben dem Kampf um Gold, Silber und Bronze fördert die Schacholympiade den internationalen Austausch und die Freundschaft zwischen den Schachnationen. Deutschland gewann 1939 Olympia- gold, die Bronzemedaille 1950 und 1964 sowie die Silbermedaille im Jahr 2000.
FIDE World Cup
Der Schach-Weltcup ist ein fester Bestandteil des Weltmeisterschafts- zyklus. Seit 2005 treten mehr als 200 Teilnehmer aus über 100 Nationen im KO-System gegeneinander an um sich für das Kandidatenturnier zu qualifizieren. Jede Niederlage bedeutet das sofortige Ausscheiden weshalb jeder Wettkampf höchste Spannung verspricht. Nur die erfolgreichsten Spieler sichern sich einen der begehrten Startplätze im Kandidatenturnier und bleiben damit im Rennen um den Weltmeistertitel. Der World Cup vereint Weltklasse und Dramatik auf engstem Raum.
DSAM
Die Deutsche Schach-Amateurmeister- schaft ist die bedeutendste Turnierserie für Amateurschach in Deutschland. In mehreren Qualifikationsturnieren, die über ganz Deutschland verteilt statt- finden, treten tausende Schachspieler in sieben Wertungsklassen (A-G) gegen- einander an. An drei Tagen werden fünf Runden nach Schweizer System gespielt. Die besten Spieler jeder Klasse sichern sich einen Startplatz im großen Finale und spielen dort um den Titel des Amateurmeisters. Die familiäre Atmosphäre ist ein Markenzeichen der DSAM und wird von den Teilnehmern sehr geschätzt.
DSSAM
Die Deutsche Schnellschach-Amateur- meisterschaft zählt zu den beliebtesten Breitenschachveranstaltungen Deutschlands. Seit ihrer Premiere im Jahr 2022 bietet sie Vereinsspielern aller Spielstärken die Möglichkeit einen Meistertitel im Schnellschach zu gewinnen. Gespielt wird in sieben Wertungsklassen über neun Runden nach Schweizer System. Die Bedenkzeit beträgt 15 Minuten pro Partie plus 10 Sekunden Inkrement pro Zug. Der SK Dinkelsbühl war 2023 und 2025 Ausrichter der Veranstaltung mit ca. 300 Teilnehmern aus ganz Deutschland.
Deutsche Bundesliga
Die Schachbundesliga gilt als die stärkste nationale Schachliga der Welt. Seit 1980 spielen 16 Vereinsmann- schaften an acht Brettern um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Zahlreiche Spitzengroßmeister kämpfen für deutsche Vereine um wertvolle Punkte und den Titelgewinn. Rekordmeister ist die OSG Baden-Baden mit 16 Meisterschaften, zu den traditionsreichsten Vereinen zählen die Schachgesellschaft Solingen und der Hamburger SK die seit 1980 ununter- brochen der Bundesliga angehören. Der FC Bayern München gewann neun Meistertitel.
Grenke Chess Open
Das Grenke Schachfestival zählt seit seiner Gründung im Jahr 2013 zu den bedeutendsten Schachveranstaltungen der Welt. Herzstück ist das Grenke Schach Open das sich zum größten offenen Schachturnier der Welt entwickelt hat. Jedes Jahr treffen in Karlsruhe mehrere tausend Hobbyspieler, Vereinsspieler und Weltklassespieler aufeinander. Die einzigartige Verbindung von Breiten- schach und Spitzenschach macht das Festival zu einem außergewöhnlichen Erlebnis für Teilnehmer und Zuschauer. In drei Leistungsklassen werden neun Runden (Schweizer System) gespielt.
Tata Steel Chess Tournament
Das Tata Steel Chess Tournament gehört zu den traditionsreichsten und renommiertesten Schachturnieren der Welt. Es wird seit 1938 jährlich im niederländischen Wijk aan Zee aus- getragen und trägt nicht ohne Grund den Beinamen „Wimbledon des Schachs“. Nahezu alle Weltmeister der vergangenen Jahrzehnte standen hier am Brett – darunter Garri Kasparow, Viswanathan Anand und Magnus Carlsen. Mit seiner einzigartigen Mischung aus Weltklasseschach, Nachwuchsförderung und Amateurturnieren zählt das Turnier zu den Höhepunkten des internationalen Schachkalenders.
FIDE
(Fédération Internationale des Échecs)
Am 20.07.1924 wurde der internationale Weltschachverband in Paris gegründet was den Grundstein für die offiziellen Schachregeln und weltweite Turniere legte. Ihr aktueller Hauptsitz ist in Lausanne (Schweiz). Die FIDE regelt die offiziellen Schach- regeln, berechnet die internationalen Wertungszahlen (ELO) und verleiht Titel wie den „Großmeister“ (GM). Sie organisiert die Weltmeisterschaften und die Schacholympiade. Das offizielle Motto lautet „Gens una sumus“ (Wir sind eine Familie).
DSB (Deutscher Schachbund)
Der Deutsche Schachbund wurde am 18.07.1877 in Leipzig gegründet und ist die Dachorganisation des deutschen Schachs mit Sitz in Berlin. Mit rund 100.000 Mitgliedern gehört er zu den größten Schachverbänden der Welt. Er vereint 17 Landesverbände und vertritt Deutschland bei der FIDE. Zu seinen Aufgaben gehören die Organisation des Spielbetriebs, die Förderung des Jugendschachs, des Frauen- und Seniorenschachs. Dem DSB gehören u.a. der Deutsche Fernschachbund, der Deutsche Blinden-Schachbund sowie die Vereinigung „Die Schwalbe“ für Problemschach an.
Die Landesverbände im DSB
Die 17 Landesverbände bilden das organisatorische Rückgrat des DSB. Sie veranstalten Meisterschaften, fördern den Nachwuchs und koordinieren den Spielbetrieb in ihren Regionen. Die größten Landesverbände sind Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Es folgen Württemberg, Hessen, Baden, Berlin und Sachsen. Der Bayerische Schachbund nimmt innerhalb des DSB eine führende Rolle ein. Er ist mit über 40.000 Mitgliedern der mitgliederstärkste Landesverband und vereint mehr als 500 Schachvereine unter seinem Dach.
DSJ (Deutsche Schachjugend)
Die Deutsche Schachjugend (DSJ) ist die eigenständige Jugendorganisation des Deutschen Schachbundes. Sie fördert Kinder und Jugendliche und organisiert den Schachsport für den Nachwuchs in Deutschland. Zu ihren wichtigsten Veranstaltungen zählen die Deutsche Jugend-Einzel- meisterschaft (DJEM), die Deutschen Vereinsmeisterschaften (DVM) sowie zahlreiche Schulschach- und Breiten- schachprojekte. Jedes Jahr nehmen mehrere tausend Nachwuchsspieler an den Veranstaltungen der DSJ teil. Die DSJ engagiert sich außerdem für Schulschach, Fair Play und die Ausbildung junger Talente.
Die deutsche Bundesliga
Die Schachbundesliga gilt als die stärkste Mannschaftsliga der Welt. Zahlreiche Weltklassespieler und Supergroßmeister treten für deutsche Vereine an und sorgen Jahr für Jahr für Spitzenschach auf höchstem Niveau. Rekordmeister ist die OSG Baden-Baden mit 17 Deutschen Meister- schaften. Dahinter folgen die SG Solingen mit 12 und die SG Porz mit 10 Titeln. Zu den Spielern der Schachbundesliga zählten bereits Weltmeister wie Magnus Carlsen, Viswanathan Anand, Wladimir Kramnik und Ding Liren.
Schachvereine
Schachvereine bilden das Fundament des organisierten Schachsports. Sie bieten Spielabende, Training, Jugend- arbeit und Mannschaftswettkämpfe und fördern sowohl Freizeitspieler als auch Spitzenspieler. In Deutschland gibt es rund 2.200 Schachvereine mit etwa 100.000 Mitgliedern. Der älteste deutsche Schachverein ist die Berliner Schachgesellschaft 1827. Zu den mitgliederstärksten Vereinen zählt heute die Schachzwerge Magdeburg während die OSG Baden-Baden mit ihren zahlreichen Deutschen Mannschaftsmeisterschaften als erfolgreichste Vereinsmannschaft Deutschlands gilt.
Deutsche Schulschachstiftung
Die Deutsche Schulschachstiftung e.V. wurde 1995 von Kurt Lellinger gegründet. Sie fördert Schach als Bildungsinstrument an Schulen und Kindergärten, bildet Lehrkräfte im Schulschachpatent aus, unterstützt Schach-AGs und stellt umfangreiche Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Ihr Ziel ist es, Schach als festen Be- standteil der schulischen Bildung zu etablieren sowie Konzentration, logisches Denken und soziale Kompetenzen nachhaltig zu fördern. Als gemeinnützige Organisation finanziert sie ihre Arbeit überwiegend durch Spenden, öffentliche Förder- mittel und Sponsoring.
WFCC
Die World Federation for Chess Composition (WFCC) ist der internationale Dachverband der Schachkomposition. Sie verwaltet den internationalen Codex der Schachkomposition, organisiert Weltmeisterschaften im Komponieren und Lösen von Schachaufgaben und verleiht internationale Titel für herausragende Leistungen. Die besten Kompositionen der verschiedenen Disziplinen – darunter Endspielstudien, Direktmatts, Hilfsmatts und Selbstmatts – finden Aufnahme in den FIDE-Alben.
Die Nationalmannschaft
Nationalmannschaften vertreten ihr Land bei internationalen Schachwettbewerben wie der Schacholympiade oder den Mannschafts-Europameisterschaften. Eine Mannschaft besteht in der Regel aus vier Stammspielern sowie Ersatzspielern die je nach Wettkampf eingesetzt werden können. Im Gegensatz zu Einzelturnieren entscheidet hier nicht nur die eigene Leistung sondern auch das Zusammenspiel der Mannschaft. Teamgeist, gegenseitige Unterstützung und eine kluge Aufstellung der Spieler tragen wesentlich zum Erfolg bei.
Er gewann den Titel im Jahr 1886 gegen Johannes Zukertort mit 10:5 Siegen und verlor ihn 1894 an Emanuel Lasker.
Vor diesem offiziellen Titel galt er durch seinen Sieg über Adolf Anderssen im Jahr 1866 bereits über 20 Jahre lang inoffiziell als weltbester Spieler.
Er gilt als Revolutionär der Schachtheorie weil er die damals vorherrschende Spielweise des stürmischen Angriffsschachs scharf kritisierte.
Er war der zweite offizielle Schachweltmeister nach Wilhelm Steinitz und zugleich der bislang einzige deutsche Träger dieses Titels. Er behauptete diese Position in fünf Titelverteidigungen über einen Zeitraum von 27 Jahren und damit länger als jeder andere Schachweltmeister.
Laskers Spielstil war pragmatisch und kämpferisch, schlechtere Stellungen konnte er ausgezeichnet verteidigen. Im Endspiel war Lasker unübertroffen.
Er war der dritte offizielle Schachweltmeister nach Emanuel Lasker.
Obwohl der Wettkampf auf 24 Partien angesetzt war gab Lasker nach der 14. Partie beim Stand von +0 =10 -4 auf.
Wegen seiner außergewöhnlichen Präzision wurde Capablanca oft als „menschliche Schachmaschine“ bezeichnet. Vor allem seine Endspieltechnik und sein intuitives Positionsverständnis galten als nahezu perfekt.
1927 gewann Aljechin den Weltmeistertitel durch einen überraschend deutlichen 6:3-Sieg über Capablanca. Er war der einzige Weltmeister der den verlorenen Titel zurückeroberte. Bis zu seinem Tod im Jahr 1946 blieb er amtierender Schachweltmeister.
Aljechin war berühmt für seinen kompromisslosen Angriffsstil und seine außergewöhnliche Kombinationsgabe.
1935 überraschte Euwe die Schachwelt mit seinem 15,5:14,5-Sieg über Aljechin und wurde fünfter Schachweltmeister. Zwei Jahre später verlor er den Titel im Revanchekampf wieder an Aljechin.
Euwe war Mathematiker und blieb während seiner gesamten Schachlaufbahn Amateur. Seine didaktisch aufgebauten Lehrbücher über Strategie, Taktik und Endspiele zählen zu den Klassikern der Schachliteratur. Von 1970–1978 war er FIDE-Präsident.
Nach dem Tod Aljechins wurde Botwinnik 1948 Sieger des Weltmeisterturniers und sechster Schachweltmeister. Zweimal verlor er den Titel, gewann ihn jedoch jeweils im Revanchekampf zurück.
Botwinnik gilt als Begründer der sowjetischen Schachschule. Dort lehrte er wissenschaftliche Trainingsmethoden und förderte spätere Weltmeister wie Anatoli Karpow und Garri Kasparow.
1957 gewann Smyslow den Weltmeistertitel mit einem 12,5:9,5-Sieg über seinen "Dauerrivalen" Botwinnik. Bereits ein Jahr später verlor er den Titel im Revanchekampf wieder an ihn.
Smyslow war für sein harmonisches Positionsspiel und seine herausragende Endspieltechnik bekannt. Statt scharfer Angriffe bevorzugte er das geduldige, schrittweise Überspielen seiner Gegner. Mit 63 Jahren scheiterte Smyslow im Kandidatenfinale an Garri Kasparow.
1960 gewann Tal den Weltmeistertitel mit einem 12,5:8,5-Sieg über Botwinnik. Mit 23 Jahren war er damit der jüngste Schachweltmeister der Geschichte. Beim Revanchekampf 1961 verlor er den Titel wieder an Botwinnik.
Als „Magier aus Riga“ begeisterte Tal mit spektakulären Figurenopfern und kühnen Angriffen. Bemerkenswert ist dass er seine höchste ELO-Zahl erst 20 Jahre nach seinem Weltmeistertitel erreichte.
1963 gewann Petrosjan den Weltmeistertitel mit einem 12,5:9,5-Sieg über Botwinnik. Drei Jahre später verteidigte er den Titel erfolgreich gegen Spasski.
Als „Eiserner Tigran“ galt Petrosjan als einer der größten Defensivspieler der Schachgeschichte. Mit seinem prophylaktischen Spiel verhinderte er gegnerische Angriffe oft schon im Ansatz und wurde für seine positionellen Qualitätsopfer berühmt.
1969 gewann Spasski den Weltmeistertitel mit einem 12,5:10,5-Sieg über Petrosjan. Drei Jahre später verlor er den Titel im legendären „Match des Jahrhunderts“ an Bobby Fischer.
Spasski galt als universeller Schachspieler ohne erkennbare Schwächen.
Er beherrschte sowohl positionelles als auch taktisches Spiel auf höchstem Niveau und wurde für seine Fairness und seinen sportlichen Geist geschätzt.
1972 gewann „Bobby“ den Weltmeistertitel im „Match des Jahrhunderts“ mit einem 12,5:8,5-Sieg über Spasski. Er durchbrach damit die seit 1948 bestehende Dominanz der sowjetischen Schachschule.
Fischer gilt als einer der größten Schachspieler aller Zeiten. Mit kompromisslosem Kampfgeist, perfekter Eröffnungsvorbereitung und außergewöhnlicher Präzision revolutionierte er das moderne Schach.
1975 wurde Karpow kampflos Schachweltmeister nachdem Bobby Fischer seinen Titel nicht verteidigte. In den folgenden zehn Jahren dominierte er das Weltschach und gewann zahlreiche bedeutende internationale Turniere.
Karpow galt als Meister des Positionsspiels und der schrittweisen Verbesserung seiner Stellung. Mit präzisem Positionsspiel, Geduld und exzellenter Endspieltechnik nutzte er kleinste Fehler seiner Gegner aus.
1985 gewann Kasparow den Weltmeistertitel mit einem 13:11-Sieg über Karpow. Mit 22 Jahren war er damit der jüngste Weltmeister der Geschichte.
Kasparow gilt als einer der stärksten Schachspieler aller Zeiten. Mit dynamischem Angriffsschach und perfekter Eröffnungsvorbereitung prägte er das moderne Spitzenschach. Kasparow schrieb 1997 Schachgeschichte als er als Weltmeister dem Großrechner "Deep Blue" von IBM in einem Wettkampf mit 2½:3½ unterlag.
2000 gewann Kramnik den Weltmeistertitel mit einem 8,5:6,5-Sieg über Kasparow. Er beendete damit Kasparows 15-jährige Weltmeisterschaft ohne ihm einen einzigen Partiegewinn zu gestatten.
Mit seinem präzisen Positionsspiel und seiner außergewöhnlichen Verteidigungskunst gehörte er über viele Jahre zur Weltspitze.
2006 vereinigte Kramnik den FIDE-Weltmeistertitel mit dem PCA-Titel.
2007 gewann Anand den Weltmeistertitel mit einem 6,5:4,5-Sieg über Kramnik. In den Folgejahren verteidigte er seinen Titel erfolgreich gegen Kramnik, Topalow und Gelfand.
Anand beherrschte jede Stellung: Eröffnung, Taktik, Positionsspiel und Endspiel. Er hatte keine erkennbare Schwäche und konnte sich hervorragend auf unterschiedliche Gegner einstellen.
Kaum ein Weltklassespieler berechnete Varianten so schnell und präzise wie er.
2013 gewann Carlsen den Weltmeistertitel mit einem 6,5:3,5-Sieg über Anand. Anschließend verteidigte er seinen Titel viermal erfolgreich ehe er 2023 auf eine weitere Titelverteidigung verzichtete.
Carlsen gilt als der stärkste Schachspieler aller Zeiten. Mit bestem Positionsverständnis und herausragender Endspieltechnik gewann er selbst ausgeglichene Stellungen und erreichte mit 2882 die höchste ELO-Zahl der Schachgeschichte.
Anderssen war ein deutscher Schachmeister und galt viele Jahre als stärkster Spieler der Welt. Mit seinem Sieg beim ersten internationalen Schachturnier 1851 in London begründete er seinen legendären Ruf.
Er war ein Meister des romantischen Angriffsschachs. Seine spektakulären Kombinationen und Opferpartien begeistern Schachfreunde bis heute. Besonders die „Unsterbliche Partie“ und die „Immergrüne Partie“ zählen zu den berühmtesten und schönsten Partien der Schachgeschichte.
Morphy war ein US-amerikanischer Schachmeister und gilt als der stärkste Spieler seiner Epoche. Obwohl es noch keinen offiziellen Weltmeistertitel gab wird er häufig als inoffizieller Weltmeister des 19. Jahrhunderts bezeichnet.
Bereits mit 22 Jahren zog sich Morphy nach einer nur dreijährigen Karriere aus dem Spitzenschach zurück.
Seine berühmte Opernpartie gilt bis heute als Musterbeispiel für schnelle Figurenentwicklung und wirkungsvolles Angriffsschach.
Rubinstein war ein polnischer Schachgroßmeister und zählte zu den stärksten Spielern des frühen 20. Jahrhunderts.
Er galt als Meister des Positionsspiels und als einer der größten Endspielkünstler der Schachgeschichte. Seine präzise Technik und sein tiefes strategisches Verständnis machten ihn zu einem Vorbild für Generationen von Schachspielern.
Mehrere Eröffnungsvarianten tragen bis heute seinen Namen.
Nimzowitsch war ein lettisch-dänischer Schachgroßmeister und einer der einflussreichsten Schachtheoretiker des 20. Jahrhunderts.
Als führender Vertreter der Hypermodernen Schule revolutionierte er das Positionsspiel. Sein Lehrbuch "Mein System" zählt bis heute zu den bedeutendsten Schachbüchern überhaupt.
Begriffe wie Prophylaxe, Blockade und Überdeckung sind untrennbar mit seinem Namen verbunden.
Najdorf war ein polnisch-argentinischer Schachgroßmeister und zählte über Jahrzehnte zur Weltspitze.
Seinen Namen trägt die berühmte Najdorf-Variante der Sizilianischen Verteidigung, eine der beliebtesten und erfolgreichsten Schacheröffnungen überhaupt.
Berühmt wurde Najdorf außerdem durch spektakuläre Simultanvorstellungen. 1947 stellte er mit einer Blind-Simultanvorstellung an 45 Brettern einen Weltrekord auf (+39 =4 -2) der mehr als 60 Jahre Bestand hatte.
Bronstein war ein sowjetischer Schachgroßmeister und zählt zu den kreativsten Spielern der Schachgeschichte.
Der Ausnahmespieler stand 1951 kurz vor dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Im WM-Kampf gegen Mikhail Botvinnik führte er zwischenzeitlich doch das 12:12-Unentschieden am Ende genügte nach dem damaligen Reglement nicht zum Titelgewinn.
Mit seinem Buch über das Züricher Kandidatenturnier 1953 schuf Bronstein einen Klassiker der Schachliteratur.
Kortschnoi war ein sowjetisch-schweizerischer Schachgroßmeister und zählte über Jahrzehnte zur Weltspitze.
Als kompromissloser Kämpfer erreichte er zweimal das Finale um die Weltmeisterschaft. Nach seiner Flucht aus der Sowjetunion 1976 entwickelte sich sein WM-Kampf gegen Anatoly Karpov 1978 in Baguio zu einem der dramatischsten Duelle der Schachgeschichte.
Noch mit über 75 Jahren gewann Kortschnoi (auch "Der Schreckliche" genannt) internationale Spitzenturniere.
Hübner war ein deutscher Schachgroßmeister und gehörte in den 1970erund 1980er-Jahren zur absoluten Weltspitze.
Er war Perfektionist und galt als einer der tiefgründigsten Schachanalytiker seiner Zeit. Seine präzisen Analysen und zahlreichen Veröffentlichungen genießen bis heute höchstes Ansehen.
Von 1971 bis 1991 gehörte Hübner fünfmal zum Kreis der WM-Kandidaten und verpasste den Einzug in den Titelkampf jeweils nur knapp.
Ludwig Bledow gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schachmeister im 19.Jahrhundert. Bis heute ist sein Name vor allem mit der „Berührt-Geführt"-Regel verbunden.
Gemeinsam mit weiteren führenden Spielern gründete er 1827 die Berliner Schachgesellschaft, den ältesten noch bestehenden Schachverein Deutschlands. Im Jahr 1846 rief er die Deutsche Schachzeitung ins Leben. Sie entwickelte sich für mehr als ein Jahrhundert zur bedeutendsten deutschen Schachzeitschrift.
Das Londoner Schachturnier gilt als das erste internationale Schachturnier der Geschichte. Es wurde im Rahmen der Weltausstellung in London ausgetragen und brachte erstmals die stärksten Spieler Europas zu einem gemeinsamen Wettkampf zusammen. Gespielt wurde im KO-System – damals eine außergewöhnliche Turnierform.
Auf dem Weg zum Turniersieg setzte sich Adolf Anderssen gegen Kieseritzky, Szén, Staunton und Wyvill durch und galt danach als stärkster Schachspieler der Welt.
London 1851 markierte den Beginn des modernen Turnierschachs.
Das Schachturnier gilt als das erste Weltklasseturnier der Schachgeschichte. In dem hochkarätig besetzten Rundenturnier trafen nahezu alle führenden Spieler der Welt aufeinander, darunter Mikhail Chigorin, Emanuel Lasker, Wilhelm Steinitz, Siegbert Tarrasch und Carl Schlechter.
Überraschend gewann der erst 22-jährige Amerikaner Pillsbury das 22 Teilnehmer umfassende Rundenturnier mit 16½ Punkten vor Chigorin (16) und Weltmeister Lasker (15½).
Der Turniersieg machte den bis dahin kaum bekannten Amerikaner auf einen Schlag weltberühmt.
Das Schachturnier gehörte zu den stärksten Turnieren seiner Zeit. Nach einer Vorrunde mit elf Teilnehmern erreichten fünf Spieler die Finalrunde in der jeder nochmals gegeneinander antrat.
In der Endrunde setzte sich Weltmeister Emanuel Lasker mit 13½ Punkten vor José Raúl Capablanca (13) und Alexander Aljechin (10) durch.
Schachgeschichte schrieb das Turnier als Zar Nikolaus II. die fünf Finalisten – Emanuel Lasker, José Raúl Capablanca, Alexander Aljechin, Siegbert Tarrasch und Frank Marshall – als „Großmeister“ ehrte.
Das Schachturnier von New York versammelte elf der stärksten Spieler der Welt zu einem doppelrundigen Turnier.
Nach 20 Runden gewann Weltmeister Emanuel Lasker mit 16 Punkten vor José Raúl Capablanca (14½) und Alexander Aljechin (12).
Das Turnier begeisterte mit zahlreichen hochklassigen Partien. Aljechin verewigte das Turnier in einem Buch mit ausführlichen Turnierberichten und Analysen aller 110 Partien.
Bis heute zählt das Buch zu den Klassikern der Schachliteratur.
Das AVRO-Turnier versammelte die acht stärksten Schachspieler der Welt zu einem doppelrundigen Wettkampf in mehreren niederländischen Städten. Es sollte den Herausforderer für Weltmeister Aljechin hervorbringen.
Paul Keres und Reuben Fine gewannen das Turnier gemeinsam mit jeweils 8½ Punkten vor Mikhail Botvinnik (7½) und Samuel Reshevsky (7). Alexander Aljechin nahm freiwillig am Turnier teil und belegte mit 7 Punkten den geteilten vierten Platz.
Der geplante Weltmeisterschaftskampf kam durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs jedoch nie zustande.
Das Kandidatenturnier von Zürich versammelte 15 der stärksten Schachspieler der Welt zu einem doppelrundigen Wettkampf.
Nach 30 Runden entschied erst die Feinwertung über den Turniersieg: Wassili Smyslow und Paul Keres erzielten jeweils 18 Punkte, Samuel Reshevsky folgte mit 17 Punkten. Der Turniersieger erhielt damit das Recht, Weltmeister Michail Botwinnik herauszufordern.
Die außergewöhnliche Qualität der Partien und das von David Bronstein verfasste Turnierbuch begründen bis heute den legendären Ruf von Zürich.
Das Interzonenturnier von Palma de Mallorca brachte 24 der stärksten Schachspieler aus aller Welt zusammen.
Der US-Amerikaner Bobby Fischer gewann das Turnier mit 18½ Punkten und einem Vorsprung von 3½ Punkten auf Bent Larsen und Jefim Geller.
Sein überlegener Turniersieg markierte den Beginn eines der größten Siegeszüge der Schachgeschichte.
Zwei Jahre später gewann Fischer in Reykjavík den Weltmeisterschaftskampf gegen Boris Spasski und beendete damit die jahrzehntelange Vorherrschaft der Sowjetunion im Weltschach.
Das Turnier von Linares galt über viele Jahre als das „Wimbledon des Schachs“ und zählte zu den renommiertesten Einladungsturnieren der Welt. Die letzte Austragung fand im Jahr 2010 statt.
Als Höhepunkt der Turniergeschichte gilt die Austragung von 1994. Fast alle führenden Großmeister der Welt waren am Start. Anatoli Karpow siegte mit 11 Punkten vor Garri Kasparow und Alexei Schirow.
Mit seiner außergewöhnlich starken Besetzung und dem hohen spielerischen Niveau gilt Linares 1994 bis heute als eines der stärksten Schachturniere aller Zeiten.
Der brahmanische Weise Sissa, so erzählen es alte arabische Quellen, habe das Schachspiel erfunden um seinen König zu unterhalten.
Als Dank dafür gewährte dieser dem klugen Mann eine Bitte. „Auf das 1. Feld des Schachbretts soll 1 Weizenkorn gelegt werden”, verlangte der Weise, „auf das 2. Feld 2 Körner, auf das 3. Feld 4 Körner, auf das 4. Feld 8 Körner und so fort – auf jedes weitere Feld die doppelte Anzahl Körner.” Der König lachte über diese scheinbare Bescheidenheit. Doch bald stellte sich heraus, dass die Weizenvorräte der gesamten Erde bei weitem nicht ausreichten um die Bitte zu erfüllen.
Der Schachtürke war ein scheinbarer Schachautomat des 18. Jahrhunderts. Er wurde 1769 von Wolfgang von Kempelen, einem österreichisch-ungarischen Hofbeamten und Mechaniker konstruiert und gebaut.
Die Apparatur bestand aus einer lebensgroßen, orientalisch gekleideten Figur, die hinter einem Schachbrett saß. Unter dem Brett befand sich ein großer Holzkasten mit scheinbar komplexer Mechanik aus Zahnrädern und Hebeln.
Im Inneren des Kastens war jedoch ein menschlicher Schachspieler der die Züge ausführte.
Im späten 15. Jahrhundert wurde das Schachspiel grundlegend reformiert um es schneller und dynamischer zu machen.
Ursprünglich war die Dame die schwächste Figur auf dem Brett und konnte sich nur ein Feld diagonal bewegen. Der Vorläufer des Läufers konnte nicht wie heute über das gesamte Brett ziehen. Seine Bewegung war darauf beschränkt genau ein Feld schräg zu überspringen.
Die Einführung des Doppelschritts des Bauern aus der Grundstellung und "En passant" verkürzte die Eröffnungsphase.
Die Schachuhr wurde Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt um die Bedenkzeit beider Spieler gerecht zu begrenzen. Zuvor konnten Partien viele Stunden oder sogar mehrere Tage dauern da es keine verbindliche Zeitkontrolle gab. Erste Versuche mit Sanduhren erwiesen sich als unpraktisch bevor 1883 die erste mechanische Doppelschachuhr eingeführt wurde. Sie bestand aus zwei miteinander gekoppelten Uhren. Mit jedem Zug drückte der Spieler einen Hebel und stoppte seine eigene Uhr während die des Gegners in Gang gesetzt wurde. Die Schachuhr revolutionierte den Turniersport und legte den Grundstein für Blitzund Schnellschach.
Das Duell zwischen Garri Kasparow und dem Schachcomputer Deep Blue im Jahr 1997 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Schachs. Deep Blue wurde von IBM entwickelt und war in der Lage, Millionen von Stellungen pro Sekunde zu berechnen. Nach einem dramatischen Wettkampf über sechs Partien gewann der Computer mit 3½:2½ gegen den amtierenden Weltmeister. Erstmals besiegte damit eine Maschine unter regulären Turnierbedingungen den stärksten Schachspieler der Welt.
Das Match erregte weltweit großes Aufsehen und gilt bis heute als Symbol für den technologischen Fortschritt.
Der erste offizielle Schachweltmeister war Wilhelm Steinitz aus Österreich der den Titel 1886 durch einen Sieg über Johannes Zukertort gewann. Der Weltmeisterschaftskampf wurde in New York, St. Louis und New Orleans ausgetragen und endete mit einem klaren Erfolg von Steinitz (12½ : 7½). Er revolutionierte das Schach mit seiner positionellen Spielweise und zeigte, dass langfristige strategische Vorteile oft wichtiger sind als unmittelbare Angriffe. Steinitz verteidigte seinen Weltmeistertitel mehrfach und gilt als Begründer des wissenschaftlichen Schachs. Sein Sieg von 1886 markiert den Beginn der offiziellen Reihe der Schachweltmeister.
Das Schachspiel entstand vermutlich im 11. Jahrhundert und zählt zu den bedeutendsten Figurensätzen des Hochmittelalters. Seinen Namen verdankt es der Legende nach Karl dem Großen der zur Kaiserkrönung im Jahr 800 ein kostbares Schachspiel erhalten habe.
Mit einer Höhe von bis zu 15 cm und einem Gewicht der Könige von fast einem Kilogramm dienten sie vermutlich als repräsentatives Prunkstück. Die kunstvoll geschnitzten Elfenbeinfiguren wurden bis zur Französischen Revolution 1793 in der Abtei Saint-Denis aufbewahrt und befinden sich heute in der Bibliothèque nationale de France in Paris.
Die Lewis-Schachfiguren entstanden vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Hergestellt wurden sie im romanischen Stil aus Walrosselfenbein und Walzähnen. Der 1831 auf der schottischen Isle of Lewis entdeckte Fund umfasst 78 Schachfiguren die wahrscheinlich in Norwegen gefertigt wurden und als die besterhaltenen mittelalterlichen Schachfiguren gelten. Zwei Figurensätze sind vollständig erhalten. Mit Ausnahme der Bauern besitzen alle Figuren menschliche Züge. Könige und Königinnen sitzen auf Thronen, Springer reiten auf Pferden und die Läufer werden als Bischöfe mit Stab und Bibel dargestellt.
Das Libro de los juegos, spanisch für „Buch der Spiele“, ist eine illustrierte Handschrift die vom kastilischen König Alfons X. in Auftrag gegeben und 1283 fertiggestellt wurde.
Als ältestes bedeutendes europäisches Schachmanuskript dokumentiert es die Spielregeln verschiedener Brettspiele. Über 150 farbig illustrierte Miniaturen zeigen Schachstellungen und machen das Werk zugleich zur ersten und bedeutendsten Schachproblemsammlung des Mittelalters.
Ein Original wird in der Bibliothek des Klosters San Lorenzo de El Escorial bei Madrid aufbewahrt.
Das "Schachbrett des Heiligen Rupert", auch "Aschaffenburger Spielbrett" genannt ist ein kunstvoll gefertigtes Spielbrett für Schach und Wurfzabel, dem Vorläufer des heutigen Backgammon.
Es entstand vermutlich um 1300 in Norditalien und gilt als das älteste erhaltene Spielbrett Deutschlands.
Das beidseitig bespielbare Brett wurde 1854 eingemauert im Valentinsaltar der Stiftskirche St. Peter in Aschaffenburg entdeckt. Seine aufwendigen Einlegearbeiten aus Ahornund Nussbaumholz machen es zu einem bedeutenden Zeugnis mittelalterlicher Spielkultur.
Das Manuskript entstand vermutlich zwischen 1471 und 1505. Es ist in lateinischer Sprache verfasst und beschreibt bereits die damals neuen Schachregeln für Dame und Läufer.
Der unbekannte Verfasser sammelte zahlreiche Eröffnungen, Endspiele und 33 Aufgaben die das strategische Denken der damaligen Zeit widerspiegeln. Mit seinen nur 10 × 14 cm ist das Manuskript klein an Format aber groß an historischer Bedeutung.
Heute befindet sich die Handschrift in der Universitätsbibliothek Göttingen und zählt zu den wichtigsten Quellen zur Entstehung des modernen Schachs.
Das Werk "Repetición de Amores y Arte de Ajedrez" erschien 1497 in Salamanca und gilt als das erste gedruckte Schachbuch der Welt. Verfasst wurde es vom spanischen Schachmeister Luis Ramírez de Lucena und markiert den Übergang vom mittelalterlichen zum modernen Schach. Das Buch beschreibt erstmals ausführlich die neuen Zugmöglichkeiten von Dame und Läufer die das Spiel wesentlich dynamischer machten. Neben den aktuellen Regeln enthält das Buch zahlreiche Eröffnungen, Endspiele und rund 150 Schachaufgaben. Mit der Verbreitung des Buchdrucks trug Lucenas Werk entscheidend dazu bei die neuen Schachregeln in Europa bekannt zu machen.
Es handelt sich um eine Handschrift aus der Zeit um 1502 bis 1512 die in der Biblioteca Malatestiana in Cesena (Italien) aufbewahrt wird.
Das Manuskript enthält eine umfangreiche Sammlung von Schachproblemen aus einer Zeit als sich das moderne Schach mit der neuen Zugweise von Dame und Läufer gerade durchsetzte.
Besonders bemerkenswert ist dass das Manuskript sowohl Aufgaben nach den alten als auch nach den neuen Regeln enthält. Dadurch dokumentiert es einzigartig den Übergang vom mittelalterlichen zum modernen Schach.
Es ist die traditionsreichste und anspruchsvollste Form des Wettkampfschachs. Den Spielern steht eine lange Bedenkzeit zur Verfügung sodass sie ihre Züge sorgfältig berechnen können. Nahezu alle Weltmeisterschaften und bedeutenden Spitzenturniere werden im klassischen Schach ausgetragen.
Nach den FIDE-Regeln umfasst klassisches Schach eine Gesamtbedenkzeit von mindestens 120 Minuten je Spieler. Häufig erhalten die Spieler zusätzlich einen Zeitbonus pro Zug.
Das klassische Schach gilt bis heute als die Königsdisziplin des Spiels.
Schnellschach verbindet strategisches Denken mit zügigen Entscheidungen. Die kürzere Bedenkzeit verlangt von den Spielern gute Züge auch unter Zeitdruck zu finden. Dadurch entstehen dynamische Partien in denen Intuition, Erfahrung und präzises Zeitmanagement eine wichtige Rolle spielen.
Nach den FIDE-Regeln erhält jeder Spieler für die gesamte Partie mindestens 10 aber weniger als 60 Minuten Bedenkzeit wobei ein Zeitbonus pro Zug eingerechnet werden kann.
Schnellschach wird weltweit im Breitensport als auch auf höchstem Niveau gespielt.
Blitzschach gehört zu den beliebtesten und spektakulärsten Schachvarianten.
Die extrem kurze Bedenkzeit zwingt die Spieler nahezu jeden Zug innerhalb weniger Sekunden zu entscheiden. Neben schachlichem Können sind deshalb Reaktionsvermögen, Intuition und ein gutes Zeitgefühl von entscheidender Bedeutung.
Nach den FIDE-Regeln erhält jeder Spieler für die gesamte Partie weniger als 10 Minuten Bedenkzeit. Zeitnot gehört somit zum Spiel und selbst kleine Ungenauigkeiten können eine Partie innerhalb weniger Augenblicke entscheiden.
Chess960 oder Fischer Random Chess genannt ist eine Schachvariante die 1996 vom ehemaligen Weltmeister Bobby Fischer entwickelt wurde.
Ziel war es die Bedeutung auswendig gelernter Eröffnungen zu verringern und Kreativität sowie eigenständiges Denken stärker in den Vordergrund zu stellen.
Vor jeder Partie werden die Figuren der Grundreihe nach festen Regeln zufällig angeordnet. Dadurch entstehen 960 verschiedene Ausgangsstellungen während die Bauernstellung sowie die Zugregeln für König, Dame und die übrigen Figuren unverändert bleiben.
Tandemschach ist eine Schachvariante für vier Spieler. Zwei Zweierteams spielen gleichzeitig auf zwei Schachbrettern gegeneinander. Schlägt ein Spieler eine gegnerische Figur gibt er sie an seinen Partner weiter der sie statt eines normalen Zuges auf einem freien Feld ins Spiel setzen darf. Durch den ständigen Figurenaustausch entstehen völlig neue taktische Möglichkeiten. Angriffe können sich innerhalb weniger Züge dramatisch verstärken während Materialvorteile oft weniger wichtig sind als im klassischen Schach. Erfolgreiche Tandemspieler müssen schnell rechnen, eng mit ihrem Partner zusammenarbeiten und beide Bretter im Blick behalten.
Beim Simultanschach spielt in der Regel ein Großmeister gleichzeitig gegen zahlreiche Gegner. Er geht von Brett zu Brett und führt jeweils seinen Zug aus.
Meist umfasst eine Simultanvorstellung 20 bis 40 Bretter und bieten Schachfreunden die seltene Gelegenheit gegen einen Spitzenspieler anzutreten. Trotz der großen Zahl gleichzeitig laufender Partien gewinnt der Simultanspieler meist den überwiegenden Teil seiner Begegnungen.
Der Großmeister Vlastimil Hort sorgte 1985 bei einer Simultanveranstaltung gegen 636 Gegner in Köln für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
Fernschach ist eine Schachform bei der die Spieler ihre Züge nicht am selben Ort ausführen sondern über ein Kommunikationsmittel übermitteln. Früher erfolgte dies überwiegend per Brief, Postkarte oder E-Mail. Heute werden Fernschachpartien fast ausschließlich über spezielle Internetserver ausgetragen. Im Gegensatz zum Turnierschach stehen den Spielern mehrere Tage für jeden Zug zur Verfügung. Während einer Partie dürfen Schachliteratur, Datenbanken und Schachprogramme zur Analyse genutzt werden. Dadurch erreichen Fernschachpartien oft ein außergewöhnlich hohes spielerisches Niveau und enden nicht selten remis.
Schachkompositionen sind künstlich geschaffene Schachaufgaben bei denen nicht eine gespielte Partie sondern eine bestimmte Idee im Mittelpunkt steht.
Ziel ist es eine überraschende Kombination, ein elegantes Mattbild oder eine originelle Endspielidee in möglichst ästhetischer Form darzustellen. Viele Aufgaben folgen dem Grundsatz der Ökonomie wonach jede Figur für die Lösung unverzichtbar sein sollte.
Zu den bekanntesten Formen gehören Matt in zwei oder drei Zügen, Studien sowie Hilfsund Selbstmatts.
Der König (Deutsche Notation: K)
* King (England) * Roi (Frankreich) * Re (Italien) * Rey (Spanien) * Rei (Portugal) * Kung (Schweden) * Konge (Norwegen) * Kuningas (Finnland) * Rege (Rumänien) * Król (Polen)
Er ist die wichtigste Figur im Schach ohne ihm geht gar nichts.
Wird er Schachmatt gesetzt ist das Spiel sofort beendet und der gegnerische Spieler gewinnt die Partie.
Die Dame (Deutsche Notation: D)
* Queen (England) * Dame oder Reine (Frankreich) * Donna oder Regina (Italien) * Dama oder Reina (Spanien) * Dama oder Rainha (Portugal) * Dam oder Drottning (Schweden) * Dronning (Norwegen) * Kuningatar oder Daami (Finnland) * Damă oder Regină (Rumänien) * Hetman (Polen)
Sie ist die Mächtigste auf dem Brett, schnell und flexibel eilt sie umher. Acht geben muss sie sich vor dem Springer denn 'gabeln' kann sie nicht. Dem gegnerischen König lehrt sie oft das Fürchten.
Der Turm (Deutsche Notation: T)
* Rook (England) * Tour (Frankreich) * Torre (Italien) * Torre (Spanien) * Torre (Portugal) * Torn (Schweden) * Tårn (Norwegen) * Torni (Finnland) * Turn (Rumänien) * Wieża (Polen)
Er spielt auf offenen Linien seine Stärke aus, hier fühlt er sich zuhause. Geschlossene Stellungen hingegen hasst er wie die Pest. Gerne spricht er gegenüber dem Springer und dem Läufer von seiner 'Qualität'.
Der Läufer (Deutsche Notation: L)
* Bishop (England) * Fou (Frankreich) der Narr * Alfiere (Italien) * Alfil (Spanien) der Elefant * Bispo (Portugal) * Löpare (Schweden) * Løper (Norwegen) * Lähetti (Finnland) * Nebun (Rumänien) * Goniec (Polen)
Er liebt lange Diagonalen und entfaltet dort seine ganze Stärke. Dass er die Feldfarbe niemals wechseln kann gehört zu seinem Schicksal. Dafür schmiedet er gemeinsam mit der Dame immer wieder gefährliche Mattdrohungen gegen den gegnerischen König.
Der Springer (Deutsche Notation: S)
* Knight (England) * Cavalier (Frankreich) * Cavallo (Italien) * Caballo (Spanien) * Cavalo (Portugal) * Springare (Schweden) * Springer (Norwegen) * Ratsu oder Hevonen (Finnland) * Cal (Rumänien) * Skoczek (Polen)
Seine liebsten Felder sind im Zentrum und in der Nähe des gegnerischen Königs. Wie keine andere Figur zieht er seine Kreise und ist gefürchtet wegen seiner 'Gabel'. Im Endspiel spielt er seine Fähigkeit aus die Farbe der Brettfelder zu wechseln.
Der Bauer (Deutsche Notation: B)
* Pawn (England) * Pion (Frankreich) * Pedone (Italien) * Peón (Spanien) * Peão (Portugal) * Bonde (Schweden) * Bonde (Norwegen) * Sotilas (Finnland) * Pion (Rumänien) * Pion (Polen)
Langsam aber beständig marschiert er voran, er möchte am liebsten die gegnerische Grundreihe erreichen. Dies gelingt ihm oft im Endspiel und entscheidet damit den Partieausgang. Er ist die Seele des Spiels, prägt er doch wesentlich den Stellungstyp.
Geschichte
Mit der Verbreitung des Schachs in Europa wurden die Namen vieler Schachfiguren an Sprache und Kultur der einzelnen Länder angepasst. Besonders bemerkenswert ist die Geschichte des Läufers. Ursprünglich stellte er einen Elefanten dar. Da Elefanten im mittelalterlichen Europa kaum bekannt waren erhielt die Figur neue Namen. So wurde daraus im Englischen der Bischof (Bishop), im Französischen der Narr (Fou), im Italienischen der Fahnenträger (Alfiere) während der spanische Name Alfil noch heute an den Elefanten erinnert. Der deutsche Name „Läufer“ geht vermutlich auf den mittelalterlichen Kurier zurück.
Notation
Bei Turnieren werden alle Züge einer Schachpartie auf einem Schachformular notiert. Dadurch lässt sich die Partie später vollständig nachvollziehen.
In der deutschen Notation werden die Figurennamen mit ihren Anfangsbuchstaben abgekürzt: K für König, D für Dame, T für Turm, L für Läufer und S für Springer. Bauern erhalten keinen Buchstaben. International hat sich die englische Notation durchgesetzt. Dabei stehen K für King, Q für Queen, R für Rook, B für Bishop und N für Knight. Der Springer wird mit N (Knight) notiert da K bereits dem König vorbehalten ist.
Die Spanische Partie zählt zu den ältesten Schacheröffnungen der Welt. Sie führt meist zu strategisch anspruchsvollen Stellungen.
Zugfolge: 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5
Die Englische Eröffnung gilt als sehr flexibel und eignet sich sowohl für ruhige Positionspartien als auch für scharfe Angriffspartien.
Zugfolge: 1.c4 Sf6
Es gehört zu den ältesten und am gründlichsten erforschten Schacheröffnungen. Es führt meist zu soliden und strategisch geprägten Stellungen.
Zugfolge: 1.d4 d5 2.c4
Das Königsgambit ist eine der berühmtesten und romantischsten Schacheröffnungen überhaupt. Es steht für mutiges Angriffsschach.
Zugfolge: 1.e4 e5 2.f4
Sie ist die am häufigsten gespielte Antwort auf 1.e4. Oft kommt es zu ungleichgewichtigen, dynamischen Stellungen.
Zugfolge: 1.e4 c5 2.Sf3 Sc6
Die Französische Verteidigung ist eine solide und strategisch anspruchsvolle Eröffnung. Sie führt häufig zu geschlossenen Stellungen.
Zugfolge: 1.e4 e6 2.d4 d5
Die Caro-Kann-Verteidigung gilt als besonders widerstandsfähig. Sie vereint solide Verteidigung mit aktivem Figurenspiel.
Zugfolge: 1.e4 c6 2.d4 d5
Sie verbindet eine flexible Figurenentwicklung mit aggressivem Gegenspiel. Häufig entstehen spannende und taktisch geprägte Partien.
Zugfolge: 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7
Im Schach bezeichnet die Qualität den materiellen Unterschied zwischen einem Turm und einer Leichtfigur (Springer oder Läufer). Der Turm besitzt einen höheren Wert als Springer oder Läufer da er den gegnerischen König deutlich wirkungsvoller angreifen und zwingend mattsetzen kann.
Gewinnt ein Spieler einen Turm gegen eine Leichtfigur spricht man von einem Qualitätsgewinn.
Dennoch kann ein bewusstes Qualitätsopfer sinnvoll sein wenn dadurch ein starker Angriff, ein positioneller Vorteil oder eine langfristig bessere Stellung erreicht wird.
Als Läuferpaar bezeichnet man den Besitz beider Läufer. Da jeder Läufer nur Felder einer Farbe erreichen kann ergänzen sich beide Figuren ideal und kontrollieren gemeinsam alle Diagonalen des Brettes.
Besonders in offenen Stellungen und Endspielen gilt das Läuferpaar als wertvoller Vorteil. Durch ihre große Reichweite können beide Läufer den gegnerischen König wirkungsvoll unter Druck setzen und gefährliche Mattangriffe unterstützen.
Viele Schachspieler verzichten daher ungern auf einen ihrer Läufer und versuchen das Läuferpaar zu erhalten.
Als falscher Läufer wird ein Läufer bezeichnet der das Umwandlungsfeld eines Randbauern nicht beherrscht.
Gelangt der gegnerische König rechtzeitig in die Ecke des Umwandlungsfelds kann er dort eine uneinnehmbare Festung errichten. Obwohl der Angreifer über einen Läufer und einen Mehrbauern verfügt reicht dieser Vorteil häufig nicht zum Sieg.
Der falsche Läufer zählt zu den bekanntesten Endspielmotiven und zeigt eindrucksvoll dass im Schach nicht nur Material sondern auch die richtige Figurenkonstellation über Sieg oder Niederlage entscheidet.
Ein Freibauer ist ein Bauer dem auf seinem Weg zur Umwandlung kein gegnerischer Bauer mehr auf derselben oder einer benachbarten Linie gegenübersteht. Gerade im Endspiel zählt er zu den stärksten strategischen Waffen.
Besonders gefährlich sind "verbundene" Freibauern die sich gegenseitig decken und nur schwer aufzuhalten sind.
Als "entfernten" Freibauer bezeichnet man einen Freibauern der weit von den anderen Bauern entfernt steht. Er zwingt den gegnerischen König oft dazu ihm zu folgen. Dadurch kann der eigene König auf der anderen Brettseite wichtige Bauern erobern und die Partie gewinnen
Eine Pattstellung ist erreicht wenn der Spieler am Zug keinen regelgerechten Zug mehr ausführen kann und sein König nicht im Schach steht. Die Partie endet dann sofort als Remis.
Patt kann in verlorenen Stellungen die letzte Chance auf ein Remis sein. Besonders im Endspiel mit wenigen Figuren ist es eine wichtige Verteidigungsressource.
Erfahrene Spieler behalten in schwierigen Endspielen mögliche Pattstellungen stets im Blick oder arbeiten gezielt darauf hin. Der Angreifer muss deshalb darauf achten den Gegner nicht versehentlich pattzusetzen.
Ein Dauerschach liegt vor wenn ein Spieler den gegnerischen König ununterbrochen mit Schachgeboten bedroht und dieser den Angriffen nicht entkommen kann. Da jedes Schach abgewehrt werden muss bleibt dem angegriffenen Spieler keine Möglichkeit eigene Gewinnpläne zu verwirklichen.
Dauerschach ist ein wichtiges taktisches Mittel. Ein Spieler in schwieriger oder sogar verlorener Stellung kann auf diese Weise häufig noch ein Remis erreichen. Dabei wird der Turm häufig zum Retter.
Führt ein Dauerschach zur dreimaligen Wiederholung derselben Stellung kann ein Spieler Remis beanspruchen.
Ein Spieler befindet sich im Zugzwang wenn er am Zug ist und jeder erlaubte Zug seine Stellung merklich verschlechtert. Da im Schach Zugpflicht besteht ist er gezwungen auch nachteilige Züge auszuführen.
Besonders häufig tritt Zugzwang in Endspielen auf und entscheidet über den Partieausgang. Erfahrene Spieler versuchen oft den Gegner gezielt in Zugzwang zu bringen.
Als Urheber des Begriffs gilt der deutsche Schachmeister Max Lange. Erstmals belegt ist der Begriff 1858 in der Berliner Schachzeitung und wird heute weltweit verwendet.
Von Opposition spricht man wenn sich die beiden Könige auf derselben Reihe, Linie oder Diagonale mit einem Feld zwischen sich gegenüberstehen. Liegen drei Felder zwischen den Königen spricht man von der Fernopposition.
Wer die Opposition besitzt kann den gegnerischen König häufig zum Rückzug zwingen und Schlüsselfelder besetzen um in der Folge in die gegnerische Stellung einzudringen.
Im Bauernendspiel zählt die Opposition zu den wichtigsten strategischen Techniken überhaupt. Sie entscheidet häufig über den Ausgang der Partie.
Als Doppelbauern bezeichnet man zwei Bauern derselben Farbe die auf derselben Linie hintereinander stehen. Sie entstehen durch einen Schlagzug und gelten meist als strukturelle Schwäche.
Dennoch werden Doppelbauern in manchen Eröffnungen bewusst in Kauf genommen wenn sie andere strategische Vorteile versprechen.
Vor allem im Endspiel machen sich die positionellen Nachteile bemerkbar. Doppelbauern können sich nicht gegenseitig unterstützen und sind daher oft schwer zu verteidigen. Dadurch werden sie häufig zu einem dauerhaften Angriffsziel des Gegners.
Ein Randbauer ist ein Bauer auf der aoder h-Linie. Da er nur von einer Seite unterstützt werden kann gilt er im allgemeinen als schwächer als ein Mittelbauer. Im Endspiel nimmt der Randbauer eine Sonderstellung ein und führt häufig zu ungewöhnlichen Gewinnoder Remisstellungen.
Steht nur noch ein Randbauer gegen den gegnerischen König genügt oft bereits dessen richtige Stellung um die Umwandlung zu verhindern. In Turmendspielen erhöhen Randbauern oft die Remischancen des Verteidigers. Die Brettkante schränkt den angreifenden König ein wodurch der Gewinn häufig verhindert wird.
Weiß am Zug Matt in 11 Zügen
Zugfolge: 1.Df4+ gf 2.Lf4:+ Se5 3.Le5:+ Td6 4.Ld6:+ Ka8 5.Sb6+ ab 6.ab+ Sa6 7.Tc8:+ Tc8: 8.Ta6:+ ba 9.Lg2+ Df3 10.Lf3:+ Tc6 11.Lc6:++
Trotz materiellem Vorteil chancenlos
Zugfolge: 1. .. Kg8 2.Tg7+ Kh8 3.Tb7:+ Kg8 4.Tg7+ Kh8 5.Ta7:+ Kh8 6.Tc7 Kg8 7.Tc6: ...
Verlust in ausgeglichener Stellung
Zugfolge: 1.Db6: Td1:+ 2.Kf2 ab ...
Schwarz am Zug gewinnt
Zugfolge: 1. .. Kf7 2.h4 Kf8 3.h5 Kf7 4.h6 Kf8 5.b4 ab ... am Ende entscheidet der schwarze a-Bauer die Partie
Weiß opfert und setzt Matt
Zugfolge: 1.Th8+ Kh8: 2.Th1+ Kg8 3.Th8+ Kh8: 4.Dh1+ Kg8 5.Dh7++
(Auch als Damiano-Matt bekannt)
Die sofortige Mattdrohung 1.Kg6 scheitert an baD wegen der Fesselung. Der Zwischenzug führt zum Gewinn
Zugfolge: 1.Tb8+ Kh7 2.Th8+ Kh8: 3.Kg6 f1D 4.Td8+ Df8 5.Tf8:++
Auch ein Turm kann „gabeln" Nicht nur der Springer kann das!
Zugfolge: 1.Tc6+ Kd1(2) 2.Td6+ Td6: 3.h8D ...
Das Turmopfer rettet Weiß
Zugfolge: 1.Tb7+ Kb7: oder Db7: und Weiß erzwingt das Remis durch ein Patt
Weiß scheint verloren aber ein Zwischenzug rettet das Remis
Zugfolge: 1.Tc4+ Kd3 2.Td4+ Kd4: 3.Ke2: ...
Der König wird durch das Zusammenspiel von Turm und Springer Matt gesetzt. Der Springer nimmt wichtige Fluchtfelder des Königs.
Zugfolge Kh8 2.Dh7:+ Kh7: 3.Th8++
Der König wird durch das Zusammenspiel der beiden Läufer Matt gesetzt. Turm oder Dame opfern sich mit einem Schachgebot.
Zugfolge 1. .. bc 2.La6++
Der g-Bauer nimmt dem König wichtige Fluchtfelder und ermöglicht der Dame das Mattsetzen. Oft wird die Kombination durch ein Turmopfer eingeleitet.
Zugfolge Kh8: 2.Dh1+ Kg8 3.Dh7++
Die beiden Türme versperren dem König die seitlichen Fluchtfelder und machen ihn bewegungsunfähig. Die Dame ist mit einem Matt zur Stelle.
Zugfolge 1. .. Td8: 2.Dc6++
Die zwei Türme treiben den König Zug für Zug an den Brettrand. Am Ende setzt einer der beiden Türme den König Matt.
Zugfolge Kg* 2.Tg7+ Kh* 3.Th8++
Sie ist die weltweit gebräuchlichste Wertungszahl zur Einschätzung der Spielstärke von Schachspielern.
Das System wurde vom amerikanischen Physikprofessor Arpad Elo 1960 für den US-Schachverband (USCF) entwickelt und 1970 von der FIDE als offizielles Wertungssystem übernommen.
Aus den Elo-Zahlen zweier Spieler lässt sich das zu erwartende Spielergebnis abschätzen. Nach jeder gewerteten Partie wird die Elo-Zahl anhand des erzielten Ergebnisses angepasst.
Anfänger haben meist etwa 1200 Elo, starke Vereinsspieler 1800–2200 und die Weltspitze über 2800 Elo.
Die Deutsche Wertungszahl (DWZ) ist das in Deutschland verwendete Wertungssystem zur Einschätzung der Spielstärke von Schachspielern.
Sie wurde 1992 vom Deutschen Schachbund eingeführt und löste die bis dahin verwendete Ingo-Zahl ab. Nach jeder gewerteten Partie wird die DWZ anhand des erzielten Ergebnisses neu berechnet.
Anfänger besitzen meist eine DWZ unter 1000, Vereinsspieler erreichen 1500 bis 2100, ab einer DWZ von 2300 haben Spieler Bundesliga-Niveau.
Die aktuellen DWZ-Zahlen aller Spieler sind in der Online-Datenbank des Deutschen Schachbundes abrufbar.
Die Top Chess Engine Championship (TCEC) ist die inoffizielle Weltmeisterschaft der Schachprogramme. Seit 2010 treten die stärksten Schach-Engines in einer Online-Liga gegeneinander an.
Die TCEC gilt heute als der bedeutendste Leistungsvergleich moderner Schach-Engines weltweit. Gespielt wird auf identischer Hardware unter gleichen Bedingungen.
Zu den erfolgreichsten Programmen zählen Houdini, Komodo, Lc0 und vor allem Stockfish, das die TCEC über viele Jahre hinweg dominierte.
Die Wettkämpfe werden live im Internet übertragen und weltweit verfolgt.
Die World Computer Chess Championship (WCCC) ist die offizielle Weltmeisterschaft der Schachprogramme und wird seit 1974 von der International Computer Games Association (ICGA) ausgetragen. Hier treffen die besten Programme ihrer Zeit aufeinander – von den ersten Schachcomputern bis zu den heutigen Hochleistungs-Engines. Die WCCC spiegelt damit die rasante Entwicklung des Computerschachs über mehr als fünf Jahrzehnte wider.
Den ersten Weltmeistertitel gewann 1974 das sowjetische Schachprogramm Kaissa. Später prägten Programme wie Belle, Deep Thought, Deep Blue, Shredder, Junior, Rybka und Stockfish die Geschichte der WCCC.
Portable Game Notation (PGN) ist der internationale Standard zum Speichern von Schachpartien. Das 1994 von Stephen J. Edwards entwickelte Dateiformat ermöglicht den einfachen Datenaustausch zwischen nahezu allen Schachprogrammen und Plattformen.
Neben den Zügen werden auch Angaben wie Turnier, Ort, Datum, Runde, Spielernamen und Ergebnis gespeichert. Das Dateiformat erlaubt außerdem die Aufnahme von Kommentaren und Zugvarianten und ermöglicht damit die vollständige Dokumentation der Partie.
Heute sind weltweit Millionen von Schachpartien im PGN-Format archiviert und jederzeit verfügbar.
Die Forsyth-Edwards Notation (FEN) ist ein standardisiertes Format zur Beschreibung einer Schachstellung. Es wurde von David Forsyth entwickelt.
In einer einzigen Zeichenfolge werden die Position aller Figuren, die Zugfarbe, Rochaderechte, ein mögliches En-passant-Feld sowie der Zugzähler gespeichert.
Die Grundstellung einer Partie: rnbqkbnr/pppppppp/8/8/8/8/PPPPPPPP/RNBQKBNR w KQkq 0 1
Großbuchstaben stehen für weiße Figuren, Kleinbuchstaben für Schwarze. Es wird die englische Figurennotation verwendet.
Der ECO-Schlüssel (Encyclopedia of Chess Openings) ist ein international verwendetes System zur Klassifizierung von Schacheröffnungen.
Es wurde 1974 vom Verlag Chess Informant eingeführt und gliedert nahezu alle Eröffnungen in fünf Hauptgruppen (A–E) mit jeweils 100 ECO-Codes (00–99). Dadurch lassen sich Schacheröffnungen weltweit eindeutig bezeichnen.
Beispielsweise umfasst die Gruppe C die Offenen Spiele (1.e4 e5) sowie die Französische Verteidigung während die Gruppe D das Damengambit und die Slawische Verteidigung enthält.
Syzygy ist ein spezielles Datenformat für Endspieldatenbanken im Computerschach. Die 2013 von Ronald de Man entwickelte Technik erlaubt es Schachprogrammen Endspielstellungen mit bis zu sieben Figuren blitzschnell und vollkommen fehlerfrei zu lösen.
Seit 2018 sind alle Endspiele mit bis zu sieben Figuren vollständig berechnet. Die Datenbanken umfassen über 423 Billionen Stellungen und benötigen rund 18 Terabyte Speicherplatz. Moderne Schachprogramme greifen während des Spiels direkt auf diese Datenbanken zu.
Nachschlagen statt Rechnen heißt das Motto.
Ein König steht im Schach wenn er von einer gegnerischen Figur angegriffen wird. Der Spieler muss die Bedrohung im nächsten Zug beseitigen – entweder durch Wegziehen des Königs, Schlagen der angreifenden Figur oder das Dazwischenziehen einer eigenen Figur. Ist keine dieser Möglichkeiten mehr vorhanden spricht man von Schachmatt, die Partie ist damit sofort beendet.
Eine besondere Form ist das Doppelschach bei dem der König gleichzeitig von zwei Figuren angegriffen wird. Da nur der König selbst beiden Angriffen gleichzeitig entkommen kann ist in diesem Fall ausschließlich ein legaler Königszug möglich.
Kandidatenzüge sind die aussichtsreichsten Züge einer Schachstellung die vor der Variantenberechnung ausgewählt werden. Statt alle Möglichkeiten zu untersuchen konzentriert sich der Spieler auf wenige Erfolg versprechende Fortsetzungen.
Meist werden zunächst Schachgebote, Schlagzüge und unmittelbare Drohungen geprüft. Erst danach werden ruhigere Stellungszüge berücksichtigt.
In den meisten Stellungen genügen bereits drei bis fünf Kandidatenzüge. Ihre richtige Auswahl verhindert unnötige Berechnungen und spart wertvolle Bedenkzeit.
Im Schach wird der Figurenwert meist in Bauerneinheiten angegeben. Der Bauer dient dabei als Maßstab und erhält den Wert 1. Springer und Läufer werden jeweils mit 3 Bauerneinheiten bewertet, der Turm mit 5 und die Dame mit 9 Bauerneinheiten. Der König besitzt keinen Materialwert.
Diese Werte dienen jedoch nur als Orientierung. Der tatsächliche Wert einer Figur hängt maßgeblich von ihrer Brettposition, ihrer Bewegungsfreiheit und der Zusammenarbeit mit den übrigen Figuren ab. Erst das Miteinander von Material und Stellung bestimmt den tatsächlichen Wert der Figuren auf dem Spielbrett.
Die Rochade ist der einzige Zug im Schach bei dem gleichzeitig zwei Figuren bewegt werden. Dabei zieht der König zwei Felder in Richtung eines Turms der anschließend auf das benachbarte Feld neben dem König springt. Eine Rochade ist nur erlaubt wenn König und Turm noch nicht gezogen wurden, sich zwischen ihnen keine Figuren befinden und der König weder im Schach steht noch ein bedrohtes Feld überschreitet. Die Rochade dient dazu den König in Sicherheit zu bringen und gleichzeitig den Turm rasch ins Spiel zu entwickeln. Man unterscheidet zwischen der kurzen Rochade auf der Königsseite und der langen Rochade auf der Damenseite.
En passant (französisch für „im Vorbeigehen“) ist ein besonderer Bauernzug. Zieht ein Bauer aus seiner Grundstellung zwei Felder nach vorn und kommt dabei neben einem gegnerischen Bauern zum Stehen darf dieser ihn im unmittelbar folgenden Zug schlagen als wäre er nur ein Feld vorgerückt.
Das Schlagen „en passant“ ist nur in diesem einen Zug möglich. Wird die Gelegenheit nicht sofort genutzt verfällt das Recht auf diesen Schlagzug.
Diese Regel wurde im 15.Jahrhundert eingeführt um zu verhindern dass ein Bauer mit seinem Doppelschritt am gegnerischen Bauern „vorbeizieht“.
Das Gambit Ein Gambit ist eine Schacheröffnung bei der dem Gegner durch den Doppelschritt eines Bauern ein Bauerngewinn angeboten wird.
Der Randbauer Die vier Bauern der aund h-Linie werden als Randbauern bezeichnet.
Der Doppelbauer Doppelbauern sind zwei gleichfarbige Bauern auf derselben Linie die durch einen Schlagzug entstanden sind.
Das Fianchetto Ein Fianchetto ist die Entwicklung eines Läufers auf das Feld b2, g2, b7 oder g7.
Nach den offiziellen Schachregeln kann ein Spieler Remis beanspruchen wenn 50 aufeinanderfolgende Züge ohne Bauernzug oder Schlagzug gespielt wurden. Die Regel soll verhindern dass theoretisch gewonnene Endspiele über viele Stunden hinausgezögert werden.
Als die Regel im 19. Jahrhundert eingeführt wurde glaubte man dass jeder Gewinnweg innerhalb von 50 Zügen zum Erfolg führen könne.
Moderne Endspieldatenbanken widerlegten dies: Manche Gewinnstellungen erfordern mehr als 50 Züge ohne Bauernzug oder Schlagzug, einige sogar mehrere hundert Züge bis zum Matt.
Früher wurden Schachzüge oft in ganzen Sätzen oder mit umständlichen Beschreibungen notiert. Das erschwerte das Lesen und Aufzeichnen längerer Partien erheblich. Beispiele sind „Der Springer des Königs zieht auf das dritte Feld“ oder „das zweite Haus vor dem Läufer“.
1737 stellte Philipp Stamma eine frühe Form der algebraischen Notation vor. Mit Bezeichnungen wie e4 oder Sf3 wurden Schachpartien deutlich einfacher und international verständlich.
Heute ist die algebraische Notation weltweit einheitlicher Standard und die einzige von der FIDE anerkannte Form.
Die kürzeste entschiedene Partie einer klassischen Schachweltmeisterschaft dauerte nur 17 Züge. 2012 gewann Viswanathan Anand gegen Boris Gelfand bereits nach einer ungewöhnlichen Eröffnung und einem energischen Königsangriff.
Obwohl Gelfand materiellen Vorteil besaß erwies sich seine Dame als vom Geschehen abgeschnitten. Angesichts des unausweichlichen Angriffs auf seinen König gab er die Partie bereits im 17. Zug auf.
Der Rekord zeigt eindrucksvoll dass selbst auf höchstem Niveau in der Eröffnung eine Partie entschieden wird.
Die längste Partie einer klassischen Schachweltmeisterschaft wurde 2021 zwischen Magnus Carlsen und Ian Nepomniachtchi gespielt. Nach 136 Zügen und fast acht Stunden Spielzeit setzte sich Carlsen in einem hochkomplizierten Endspiel durch.
Sie gilt als eine der dramatischsten und kräftezehrendsten Partien der Schachgeschichte und als Wendepunkt des Wettkampfs. Nach der zermürbenden Niederlage wirkte Nepomniachtchi verunsichert und spielte nicht mehr auf seinem gewohnt hohen Niveau.
Carlsen gewann den WM-Kampf am Ende deutlich mit 7½:3½.
Die längste Schachweltmeisterschaft der Geschichte wurde 1984 zwischen Karpow und Kasparow ausgetragen. Gespielt wurde nach dem damaligen Modus „Erster mit sechs Siegen gewinnt“ wobei Remis nicht zählten.
Nach fünf Monaten, 48 Partien und 40 Remis führte Karpow mit 5:3. Beide Spieler waren mental stark erschöpft weshalb FIDE-Präsident Campomanes den Wettkampf ohne Sieger abbrach.
Im neu angesetzten WM-Kampf 1985 setzte sich Kasparow schließlich mit 13:11 durch und wurde mit 22 Jahren der bis dahin jüngste Weltmeister der Geschichte.
Nach heutigen Berechnungen von Chessmetrics gilt Emanuel Lasker mehr als 24 Jahre lang als stärkster Schachspieler der Welt. Zwischen 1890 und 1926 führte er die historische Weltrangliste ins gesamt 292 Monate lang an.
Den Rekord in der offiziellen FIDE-Weltrangliste hält Garry Kasparow. Von Januar 1984 bis zu seinem Rücktritt im März 2005 stand er insgesamt 255 Monate an der Spitze der Weltrangliste.
Beide Spieler prägten ihre Epochen wie kaum ein anderer Schachweltmeister.
Simultanveranstaltungen gehören zu den größten Herausforderungen im Schach. Ein Meister spielt dabei gleichzeitig gegen zahlreiche Gegner und muss sich innerhalb weniger Sekunden immer wieder auf neue Stellungen einstellen.
1977 stellte Vlastimil Hort einen Weltrekord im Blindsimultan auf. Er spielte gleichzeitig an 22 Brettern und musste sämtliche Partien ausschließlich aus dem Gedächtnis verfolgen. 1985 folgte ein Guinness-Weltrekord im Simultanschach. In 24 Stunden trat Hort gegen insgesamt 636 Gegner an – eine außergewöhnliche Leistung die neben schachlichem Können vor allem enorme Konzentration erforderte.
In der Schachwelt gibt es zahlreiche internationale Titel. Sie werden vom Weltschachverband FIDE vergeben und zeichnen besondere spielerische Leistungen aus.
Die bekanntesten Titel sind Großmeister (GM), Internationaler Meister (IM), FIDE-Meister (FM) und Candidate Master (CM). Daneben existieren entsprechende Frauentitel wie WGM, WIM, WFM und WCM. Die Titel gelten lebenslang.
Für ihre Verleihung sind – je nach Titel – bestimmte Elo-Zahlen und Normen zu erfüllen. Der WM-Titel wird dagegen in einem WM-Kampf ausgespielt.
Nach Schätzungen der FIDE spielen weltweit rund 600 Millionen Menschen Schach. In Deutschland beherrschen etwa 40 Millionen Menschen die Schachregeln nahezu jeder Zweite. Im DSB sind rund 100.000 Mitglieder in etwa 2.200 Vereinen organisiert. Die meisten Schachspieler spielen jedoch zu Hause mit Familie oder Freunden sowie über das Internet.
Allein auf den großen Online-Plattformen werden jedes Jahr mehr als 500 Millionen Partien gespielt. Schach erlebt einen weltweiten Boom und verbindet Menschen aller Altersgruppen, Nationalitäten und Kulturen.
Judit Polgár (*23.07.1976 in Budapest) stammt aus einer außergewöhnlichen Schachfamilie. Auch ihre beiden älteren Schwestern Zsuzsa und Zsófia wurden Großmeisterinnen und gehörten viele Jahre zur Weltspitze. Gemeinsam prägten die drei Schwestern das internationale Frauenschach und führten Ungarn zu Olympiasiegen in 1988 und 1990. Judit entschied sich bewusst dafür fast ausschließlich gegen die stärksten Großmeister der Welt anzutreten. Mit einer Elo-Höchstzahl von 2735 wurde sie als bisher einzige Frau in die Top Ten der Weltrangliste aufgenommen. Zudem führte sie 26 Jahre lang ununterbrochen die Frauenweltrangliste.
Sie zählt zu den berühmtesten Schachpartien aller Zeiten. Adolf Anderssen besiegte am 21.06.1851 in London Lionel Kieseritzky mit einer spektakulären Angriffskombination. Er opferte einen Läufer, beide Türme und schließlich sogar seine Dame bevor drei Leichtfiguren den König mattsetzten.
Die Partie verkörpert den romantischen Schachstil des 19. Jahrhunderts. Material spielte eine untergeordnete Rolle – entscheidend waren Initiative, Angriff und spektakuläre Kombinationen.
Gespielt wurde im berühmten Londoner Schachcafé Simpson's-in-the-Strand.
Die Immergrüne Partie zählt zu den berühmtesten Angriffspartien der Schachgeschichte. Sie wurde 1852 in Berlin zwischen Adolf Anderssen und Jean Dufresne gespielt. Anderssen opferte nacheinander einen Läufer, beide Türme und schließlich die Dame um den gegnerischen König in ein unwiderstehliches Mattnetz zu zwingen. Das spektakuläre Finale mit den verbliebenen Leichtfiguren gilt bis heute als Meisterwerk der Kombination.
Viele Schachhistoriker betrachten die Partie als vollkommenstes Kunstwerk der romantischen Schachschule. Den Schlusspunkt setzt ein elegantes Matt mit zwei Läufern und einem Springer.
Die Studie zählt zu den berühmtesten Endspielstudien überhaupt. Ihren legendären Ruf verdankt sie der genialen Unterverwandlung eines Bauern zum Turm statt zur Dame. Weiß am Zug gewinnt -
Schachmuseen und Schachcafés sind beliebte Treffpunkte für Schachfreunde aus aller Welt.
Zu den bedeutendsten Schachmuseen zählen das Averbakh-Schachmuseum in Moskau mit seiner umfangreichen Sammlung historischer Schachobjekte, das FIDE Chess Museum in Lausanne sowie das Deutsche Schachmuseum in Löberitz.
Zu den berühmtesten Schachcafés zählen das Café de la Régence in Paris, das Central Café in Wien und Simpson's-in-the-Strand in London. Sie waren über viele Jahrzehnte Treffpunkte bedeutender Schachmeister.
Schachmotive sind seit über 100 Jahren auf Postkarten zu finden. Besonders bekannt sind die Postkarten zum WM-Kampf 1972 zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski.
Für jede gespielte Partie erschien eine eigene Erinnerungskarte mit Partieangaben und einer Stellung aus der jeweiligen Partie. Heute zählen vollständige Serien zu den begehrten Sammlerstücken der Schach-Philokartie.
Auch auf Briefmarken finden sich zahlreiche Schachmotive – von kunstvoll gestalteten Schachfiguren über Porträts berühmter Schachspieler bis hin zu historischen Turnieren.
Der Türke wurde 1770 vom österreichischen Erfinder Wolfgang von Kempelen vorgestellt. Der scheinbar selbstständig spielende Automat besiegte zahlreiche berühmte Gegner und faszinierte Europa über Jahrzehnte.
Ajeeb entstand 1868 in England und wurde vor allem in den USA bekannt. Dort trat er in Vergnügungsstätten auf und war ein echter Publikumsmagnet.
Beide Scheinautomaten verbargen einen menschlichen Schachspieler im Inneren und täuschten ihr Publikum meisterhaft. Ajeeb profitierte vom technischen Fortschritt des 19.Jahrhunderts und war konstruktiv deutlich ausgefeilter.
Keine Regel des Turnierschachs lernen Anfänger eher als diese. In vielen Schachcafés war es üblich Figuren probeweise anzufassen, verschiedene Züge auszuprobieren und sie wieder zurückzustellen. Das führte häufig zu Streitigkeiten.
Ludwig Bledow führte die Regel in den 1830er Jahren in der Berliner Schachgesellschaft ein. Die Regel verbreitete sich von Berlin aus in Deutschland und später international.
Nur wenn ein Spieler vorher ausdrücklich „j'adoube“ (ich korrigiere) ankündigt darf er eine Figur zurechtrücken ohne sie ziehen zu müssen.
Die Schachnovelle ist das letzte und zugleich bekannteste Werk des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig. Er schrieb sie 1941/42 im brasilianischen Exil kurz vor seinem Tod.
Im Mittelpunkt steht der geheimnisvolle Dr. B. der während seiner Isolationshaft durch das Schachspiel dem geistigen Zusammenbruch zu entkommen versucht. Schach wird dabei zum Sinnbild für Freiheit, Hoffnung und den Kampf gegen seelische Unterdrückung.
Die 1942 erschienene Novelle zählt bis heute zu den meistgelesenen deutschsprachigen Werken des 20.Jahrhunderts.
Das Schachspiel ist in Europa das bekannteste Brettspiel. Zwei Spieler sind abwechselnd am Zug und bewegen ihre anfangs 32 Spielfiguren auf dem 8x8 Felder großen Spielbrett.
Ziel ist es den gegnerischen König schachmatt zu setzen. Dies ist erreicht wenn es dem angegriffenen König nicht mehr möglich ist das Schachgebot abzuwehren sei es durch Schlagen der angreifenden Figur, Dazwischenstellen einer Verteidigungsfigur oder durch Flucht des Königs auf ein unbedrohtes freies Feld.
Bei fehlerfreiem Spiel beider Seiten ist kein Sieg zu erzwingen.
Schach verbindet Menschen aller Altersgruppen, Kulturen und Sprachen.
Es bringt Freunde zusammen, ermöglicht neue Bekanntschaften und spannende Wettkämpfe – am Brett ebenso wie online. Jeder findet im Schach seine eigene Herausforderung.
Für viele Eltern spielt zudem der Bildungsaspekt eine wichtige Rolle. Schach schult Konzentration, logisches Denken, Kreativität, Kombinationsgabe und strategisches Planen. Es fördert Geduld, Entscheidungsfindung, Selbstdisziplin sowie die Fähigkeit aus Niederlagen zu lernen.
Die Stappenmethode gehört zu den bekanntesten Lehrsystemen im Schach. Entwickelt wurde sie in den 1980er-Jahren von den Niederländern Rob Brunia und Cor van Wijgerden.
Ihr Erfolgsrezept beruht auf einer Reihe von Aufgabenbüchern mit stetig steigendem Schwierigkeitsgrad. Im Mittelpunkt stehen taktische Motive, Endspieltechniken und strategisches Verständnis. Die Bücher führen Anfänger und Fortgeschrittene Schritt für Schritt an das Schachspiel heran.
Heute gehört die Stappenmethode in Vereinen und Schulen zum festen Bestandteil der Schachausbildung.
Bei großen Turnieren mit vielen Teilnehmern kann nicht jeder gegen jeden spielen. Deshalb wurde 1895 vom Schweizer Julius Müller ein System entwickelt um mit einer begrenzten Rundenzahl dennoch die besten Spieler zu ermitteln.
In der ersten Runde werden die Paarungen nach der Wertungszahl gesetzt. Danach spielen die Gewinner gegeneinander ebenso die Spieler mit gleicher Punktzahl. Kein Spieler scheidet aus.
Die Auslosung der Paarungen sowie die Berechnung der Feinwertungen erfolgen heute mit spezieller Turniersoftware wie z.B. Swiss-Chess oder Swiss-Manager.
Schachportale ermöglichen es jederzeit gegen Spieler aus aller Welt anzutreten. Neben Blitz-, Schnellund Fernschach bieten sie Trainingsaufgaben, Partienanalysen und vielfältige Turniere.
Zu den bekanntesten Plattformen gehören Lichess und Chess.com. Millionen von Schachfreunden nutzen sie täglich zum Spielen, Trainieren und Verfolgen internationaler Turniere. Auch viele Großmeister sind dort regelmäßig bei Turnieren aktiv.
Schachportale haben wesentlich dazu beigetragen das Schachspiel weltweit populärer zu machen und Spieler aller Spielstärken miteinander zu verbinden.
ChessBase zählt zu den bedeutendsten Schach-Ökosystemen der Welt. Seit der Vorstellung im Jahr 1986 hat die Software die Analyse, Vorbereitung und Verwaltung von Schachpartien grundlegend verändert.
Zum Leistungsumfang gehören Schachdatenbanken, Analysewerkzeuge, Schachengines, Eröffnungsvorbereitung, Live-Übertragungen sowie zahlreiche Trainingsund Onlinefunktionen.
Heute gehört ChessBase für viele Großmeister, Trainer und ambitionierte Vereinsspieler zur Standardausrüstung und hat die moderne Schachvorbereitung nachhaltig geprägt.
Chessmetrics ist ein vom amerikanischen Statistiker Jeff Sonas im Jahr 2002 entwickeltes Ranglistensystem. Es ermöglicht den Vergleich der Spielstärke von Schachspielern aus verschiedenen Epochen.
Grundlage sind Tausende historischer Partien deren Ergebnisse mit statistischen Verfahren ausgewertet werden. Dadurch lassen sich Ranglisten für nahezu jedes Jahr der Schachgeschichte erstellen.
Historiker nutzen Chessmetrics gern um die Spielstärke von Schachspielern verschiedener Generationen objektiv miteinander zu vergleichen.
Die PCA war eine 1993 von Kasparow und Short neu gegründete Schachorganisation. Auslöser waren Meinungsverschiedenheiten mit der FIDE über die Vermarktung des WM-Kampfes. Die Gründung führte zur Spaltung der Schachwelt und in der Folge zu zwei konkurrierenden Weltmeistertiteln. Die FIDE entzog daraufhin Garry Kasparow den WM-Titel und Nigel Short das Herausforderungsrecht.
Nach dem Verlust wichtiger Sponsoren löste sich die PCA 1996 auf. Erst im Jahr 2006 wurden die beiden konkurrierenden Weltmeistertitel im Wiedervereinigungskampf zwischen Kramnik und Topalow wieder vereint.
Kaissa wurde Anfang der 1970er-Jahre in der Sowjetunion entwickelt und gilt als das erste Schachprogramm von weltweiter Bedeutung. Das Programm lief auf einem Großrechner vom Typ ICL System 4/70 und analysierte bereits mehrere tausend Stellungen pro Sekunde.
Seine besondere Stärke war eine für die damalige Zeit außergewöhnlich ausgefeilte Stellungsbewertung, die neben Material auch positionelle Faktoren wie Figurenaktivität, Königssicherheit und Bauernstruktur berücksichtigte.
1974 gewann es in Stockholm die erste Computerschach-Weltmeisterschaft.
Die Schachcomputer der Marke Mephisto wurden ab 1980 von Hegener & Glaser entwickelt und gehörten zwischen 1983 und 1994 zu den erfolgreichsten Heimschachcomputern.
Modelle wie Amsterdam, Dallas oder Roma mit den Programmen von Richard Lang gewannen mehrfach die Computerschach-Weltmeisterschaft. Die Geräte verfügten über ein elektronisches Sensorbrett, analysierten bereits mehrere zehntausend Stellungen pro Sekunde und erreichten Großmeisterniveau.
Mephisto brachte leistungsstarkes und bezahlbares Computerschach erstmals in die Wohnzimmer vieler Schachfreunde.
Deep Blue wurde von IBM entwickelt und war der erste Schachcomputer, der einen amtierenden Schachweltmeister in einem Wettkampf besiegte.
Im Duell 1996 gewann Garri Kasparow noch mit 4:2. Ein Jahr später revanchierte sich Deep Blue mit 2 Siegen, 3 Remis und 1 Niederlage zum historischen 3½:2½-Erfolg.
Der Rechner analysierte rund 200 Millionen Stellungen pro Sekunde und galt als leistungsstärkster Schachcomputer seiner Zeit.
Das Duell „Weltmeister gegen Maschine“ gilt bis heute als legendär.
Seit 1991 erscheint Fritz bei ChessBase. Die von Frans Morsch entwickelte erste Engine legte den Grundstein für eine bis heute kontinuierlich weiterentwickelte Schachsoftware. Heute zählt Fritz zu den bekanntesten Schachprogrammen weltweit.
In den aktuellen Versionen vereint Fritz eine leistungsstarke Engine mit vielseitigen Analyseund Trainingsfunktionen, großen Eröffnungsbüchern sowie Endspieldatenbanken.
Für Generationen von Schachspielern ist Fritz zum Standardprogramm für Training, Analyse und Partievorbereitung geworden.
Rybka wurde 2005 vom Internationalen Meister Vasik Rajlich entwickelt und galt zwischen 2005 und 2010 als die stärkste Schachengine der Welt. Das Programm führte alle bedeutenden Engine-Ranglisten an und gewann von 2007 bis 2010 viermal den WCCC-Titel.
Seine außergewöhnliche Spielstärke beruhte auf einer hocheffizienten Suchtechnik und einer präzisen Stellungsbewertung. Rybka setzte neue Maßstäbe im Computerschach und beeinflusste die Entwicklung vieler späterer Engines.
Nach Urheberrechtsvorwürfen wurden Rybka 2011 die gewonnenen Weltmeistertitel wieder entzogen.
* Chessmaster (1986 / Ubisoft) Spielstärke ca. 1900 2000 Elo
* Rebel (1991 / Ed Schröder) Computerschach-Weltmeister 1992/93 Spielstärke ca. 2500 2600 Elo
* Shredder (1993 / Meyer-Kahlen ) 13-facher Computerschach-Weltmeister Spielstärke ca. 2600 2700 Elo
* Houdini (2010 / Robert Houdart) Mehrfacher Sieger der TCEC Spielstärke ca. 3000 3100 Elo
* Komodo (2010 / Dailey, Lefler) Mehrfacher WCCCund TCEC-Sieger Spielstärke ca. 3000 3100 Elo
Nachdem lange Zeit Fritz, Shredder, Junior, Rybka und andere das Computerschach prägten übernahm Stockfish 2011 die Spitzenposition.
Stockfish revolutionierte das Computerschach als frei verfügbare Open-Source-Engine. Seit der ersten Version im Jahr 2008 haben über 200 Entwickler zum Quellcode beigetragen und das Programm kontinuierlich verbessert.
Mit der Einführung der innovativen NNUE-Technologie gelang ein weiterer großer Leistungssprung. Heute gilt Stockfish als Referenz an der sich alle anderen Schachengines messen lassen müssen.
Mit AlphaZero begann 2017 eine neue Ära des Computerschachs. Während Programme wie Fritz, Shredder, Rybka oder Stockfish auf klassischen Suchalgorithmen und Bewertungsfunktionen basieren lernte AlphaZero das Schachspiel selbstständig durch Millionen von Partien gegen sich selbst.
Der neuartige Ansatz führte bereits nach wenigen Stunden zu Weltklasseniveau und begeisterte Experten mit einem kreativen, dynamischen und oft überraschend opferreichen Spielstil.
AlphaZero gilt als Meilenstein in der Entwicklung künstlicher Intelligenz.
Die Kandidatenturniere werden heute in der Regel alle zwei Jahre ausgetragen und entscheiden darüber wer den amtierenden Schachweltmeister herausfordern darf.
Legendär ist Bobby Fischers Durchmarsch im Kandidatenzyklus 1970/71 mit seinen beiden 6:0-Erfolgen gegen Mark Taimanow und Bent Larsen, die den Grundstein für seinen späteren Weltmeistertitel legten.
Auch Deutschlands Großmeister Robert Hübner gehörte mehrfach zum Kreis der Kandidaten und erreichte 1980 sogar das Kandidatenfinale wo er gegen Viktor Kortschnoi ausschied.
Seit dem ersten offiziellen Weltmeisterschaftskampf im Jahr 1886 zwischen Wilhelm Steinitz und Johannes Zukertort gilt der Titel des Schachweltmeisters als die höchste Auszeichnung im Schach.
Bis 1948 bestimmte der amtierende Weltmeister die Bedingungen eines Titelkampfes oft selbst und musste in einem Zweikampf besiegt werden um seinen Titel zu verlieren. Seit 1948 organisiert die FIDE die Weltmeisterschaften und bestimmt den Herausforderer über Kandidatenturniere.
Den Rekord hält Emanuel Lasker mit 27 Jahren als Weltmeister.
Die Schacholympiade ist die bedeutendste Mannschaftsmeisterschaft im internationalen Schach. Sie wird von der FIDE in der Regel alle zwei Jahre ausgetragen und vereint Nationalmannschaften aus der ganzen Welt.
Gespielt wird an vier Brettern wobei zusätzlich Ersatzspieler zum Einsatz kommen können. Neben dem Kampf um Gold, Silber und Bronze fördert die Schacholympiade den internationalen Austausch und die Freundschaft zwischen den Schachnationen.
Deutschland gewann 1939 Olympiagold, die Bronzemedaille 1950 und 1964 sowie die Silbermedaille im Jahr 2000.
Der Schach-Weltcup ist ein fester Bestandteil des Weltmeisterschaftszyklus. Seit 2005 treten mehr als 200 Teilnehmer aus über 100 Nationen im KO-System gegeneinander an um sich für das Kandidatenturnier zu qualifizieren.
Jede Niederlage bedeutet das sofortige Ausscheiden weshalb jeder Wettkampf höchste Spannung verspricht. Nur die erfolgreichsten Spieler sichern sich einen der begehrten Startplätze im Kandidatenturnier und bleiben damit im Rennen um den Weltmeistertitel.
Der World Cup vereint Weltklasse und Dramatik auf engstem Raum.
Die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft ist die bedeutendste Turnierserie für Amateurschach in Deutschland.
In mehreren Qualifikationsturnieren, die über ganz Deutschland verteilt stattfinden, treten tausende Schachspieler in sieben Wertungsklassen (A-G) gegeneinander an. An drei Tagen werden fünf Runden nach Schweizer System gespielt. Die besten Spieler jeder Klasse sichern sich einen Startplatz im großen Finale und spielen dort um den Titel des Amateurmeisters.
Die familiäre Atmosphäre ist ein Markenzeichen der DSAM und wird von den Teilnehmern sehr geschätzt.
Die Deutsche Schnellschach-Amateurmeisterschaft zählt zu den beliebtesten Breitenschachveranstaltungen Deutschlands. Seit ihrer Premiere im Jahr 2022 bietet sie Vereinsspielern aller Spielstärken die Möglichkeit einen Meistertitel im Schnellschach zu gewinnen.
Gespielt wird in sieben Wertungsklassen über neun Runden nach Schweizer System. Die Bedenkzeit beträgt 15 Minuten pro Partie plus 10 Sekunden Inkrement pro Zug.
Der SK Dinkelsbühl war 2023 und 2025 Ausrichter der Veranstaltung mit ca. 300 Teilnehmern aus ganz Deutschland.
Die Schachbundesliga gilt als die stärkste nationale Schachliga der Welt. Seit 1980 spielen 16 Vereinsmannschaften an acht Brettern um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Zahlreiche Spitzengroßmeister kämpfen für deutsche Vereine um wertvolle Punkte und den Titelgewinn.
Rekordmeister ist die OSG Baden-Baden mit 16 Meisterschaften, zu den traditionsreichsten Vereinen zählen die Schachgesellschaft Solingen und der Hamburger SK die seit 1980 ununterbrochen der Bundesliga angehören.
Der FC Bayern München gewann neun Meistertitel.
Das Grenke Schachfestival zählt seit seiner Gründung im Jahr 2013 zu den bedeutendsten Schachveranstaltungen der Welt. Herzstück ist das Grenke Schach Open das sich zum größten offenen Schachturnier der Welt entwickelt hat.
Jedes Jahr treffen in Karlsruhe mehrere tausend Hobbyspieler, Vereinsspieler und Weltklassespieler aufeinander. Die einzigartige Verbindung von Breitenschach und Spitzenschach macht das Festival zu einem außergewöhnlichen Erlebnis für Teilnehmer und Zuschauer.
In drei Leistungsklassen werden neun Runden (Schweizer System) gespielt.
Das Tata Steel Chess Tournament gehört zu den traditionsreichsten und renommiertesten Schachturnieren der Welt. Es wird seit 1938 jährlich im niederländischen Wijk aan Zee ausgetragen und trägt nicht ohne Grund den Beinamen „Wimbledon des Schachs“.
Nahezu alle Weltmeister der vergangenen Jahrzehnte standen hier am Brett – darunter Garri Kasparow, Viswanathan Anand und Magnus Carlsen. Mit seiner einzigartigen Mischung aus Weltklasseschach, Nachwuchsförderung und Amateurturnieren zählt das Turnier zu den Höhepunkten des internationalen Schachkalenders.
Am 20.07.1924 wurde der internationale Weltschachverband in Paris gegründet was den Grundstein für die offiziellen Schachregeln und weltweite Turniere legte. Ihr aktueller Hauptsitz ist in Lausanne (Schweiz).
Die FIDE regelt die offiziellen Schachregeln, berechnet die internationalen Wertungszahlen (ELO) und verleiht Titel wie den „Großmeister“ (GM). Sie organisiert die Weltmeisterschaften und die Schacholympiade.
Das offizielle Motto lautet „Gens una sumus“ (Wir sind eine Familie).
Der Deutsche Schachbund wurde am 18.07.1877 in Leipzig gegründet und ist die Dachorganisation des deutschen Schachs mit Sitz in Berlin.
Mit rund 100.000 Mitgliedern gehört er zu den größten Schachverbänden der Welt. Er vereint 17 Landesverbände und vertritt Deutschland bei der FIDE.
Zu seinen Aufgaben gehören die Organisation des Spielbetriebs, die Förderung des Jugendschachs, des Frauenund Seniorenschachs. Dem DSB gehören u.a. der Deutsche Fernschachbund, der Deutsche Blinden-Schachbund sowie die Vereinigung „Die Schwalbe“ für Problemschach an.
Die 17 Landesverbände bilden das organisatorische Rückgrat des DSB. Sie veranstalten Meisterschaften, fördern den Nachwuchs und koordinieren den Spielbetrieb in ihren Regionen.
Die größten Landesverbände sind Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Es folgen Württemberg, Hessen, Baden, Berlin und Sachsen.
Der Bayerische Schachbund nimmt innerhalb des DSB eine führende Rolle ein. Er ist mit über 40.000 Mitgliedern der mitgliederstärkste Landesverband und vereint mehr als 500 Schachvereine unter seinem Dach.
Die Deutsche Schachjugend (DSJ) ist die eigenständige Jugendorganisation des Deutschen Schachbundes. Sie fördert Kinder und Jugendliche und organisiert den Schachsport für den Nachwuchs in Deutschland.
Zu ihren wichtigsten Veranstaltungen zählen die Deutsche Jugend-Einzelmeisterschaft (DJEM), die Deutschen Vereinsmeisterschaften (DVM) sowie zahlreiche Schulschachund Breitenschachprojekte. Jedes Jahr nehmen mehrere tausend Nachwuchsspieler an den Veranstaltungen der DSJ teil. Die DSJ engagiert sich außerdem für Schulschach, Fair Play und die Ausbildung junger Talente.
Die Schachbundesliga gilt als die stärkste Mannschaftsliga der Welt. Zahlreiche Weltklassespieler und Supergroßmeister treten für deutsche Vereine an und sorgen Jahr für Jahr für Spitzenschach auf höchstem Niveau.
Rekordmeister ist die OSG Baden-Baden mit 17 Deutschen Meisterschaften. Dahinter folgen die SG Solingen mit 12 und die SG Porz mit 10 Titeln.
Zu den Spielern der Schachbundesliga zählten bereits Weltmeister wie Magnus Carlsen, Viswanathan Anand, Wladimir Kramnik und Ding Liren.
Schachvereine bilden das Fundament des organisierten Schachsports. Sie bieten Spielabende, Training, Jugendarbeit und Mannschaftswettkämpfe und fördern sowohl Freizeitspieler als auch Spitzenspieler. In Deutschland gibt es rund 2.200 Schachvereine mit etwa 100.000 Mitgliedern.
Der älteste deutsche Schachverein ist die Berliner Schachgesellschaft 1827. Zu den mitgliederstärksten Vereinen zählt heute die Schachzwerge Magdeburg während die OSG Baden-Baden mit ihren zahlreichen Deutschen Mannschaftsmeisterschaften als erfolgreichste Vereinsmannschaft Deutschlands gilt.
Die Deutsche Schulschachstiftung e.V. wurde 1995 von Kurt Lellinger gegründet. Sie fördert Schach als Bildungsinstrument an Schulen und Kindergärten, bildet Lehrkräfte im Schulschachpatent aus, unterstützt Schach-AGs und stellt umfangreiche Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.
Ihr Ziel ist es, Schach als festen Bestandteil der schulischen Bildung zu etablieren sowie Konzentration, logisches Denken und soziale Kompetenzen nachhaltig zu fördern. Als gemeinnützige Organisation finanziert sie ihre Arbeit überwiegend durch Spenden, öffentliche Fördermittel und Sponsoring.
Die World Federation for Chess Composition (WFCC) ist der internationale Dachverband der Schachkomposition.
Sie verwaltet den internationalen Codex der Schachkomposition, organisiert Weltmeisterschaften im Komponieren und Lösen von Schachaufgaben und verleiht internationale Titel für herausragende Leistungen.
Die besten Kompositionen der verschiedenen Disziplinen – darunter Endspielstudien, Direktmatts, Hilfsmatts und Selbstmatts – finden Aufnahme in den FIDE-Alben.
Nationalmannschaften vertreten ihr Land bei internationalen Schachwettbewerben wie der Schacholympiade oder den Mannschafts-Europameisterschaften. Eine Mannschaft besteht in der Regel aus vier Stammspielern sowie Ersatzspielern die je nach Wettkampf eingesetzt werden können.
Im Gegensatz zu Einzelturnieren entscheidet hier nicht nur die eigene Leistung sondern auch das Zusammenspiel der Mannschaft. Teamgeist, gegenseitige Unterstützung und eine kluge Aufstellung der Spieler tragen wesentlich zum Erfolg bei.
Sterneverteilung auf Kartennummern